08.01.2021 - 12:21 Uhr
Sport

Nürnberg will HSV mit Heckings „Input“ stressen

Hilft das Insiderwissen? In den Matchplan gegen Zweitliga-Torjäger Terodde und Co. fließt beim „Club“ die Expertise des letztjährigen HSV-Trainerduos ein. Der gesperrte Chefcoach muss auf der Tribüne mitfiebern. Ein oft verletzter Angreifer verlässt die Franken.

Nürnbergs Trainer Robert Klauß gestikuliert nach seinem Platzverweis durch eine Rote Karte. Foto: Stefan Puchner/dpa/Archiv
von Agentur DPAProfil

Nürnberg (dpa/lby) - In der Vorbereitung auf die große Prüfung gegen den Hamburger SV war Dieter Hecking als Tippgeber beim 1. FC Nürnberg mehr gefragt als sonst. „Er konnte ein-, zweimal mehr in dieser Woche Input geben“, berichtete Trainer Robert Klauß vor dem Zweitligaspiel am Samstag (13.00 Uhr), das beim „Club“ nicht nur für Sportvorstand Hecking speziell wird. Der 56-Jährige war in der vergangenen Saison HSV-Coach - und sein Assistent in Hamburg war Tobias Schweinsteiger.

Der ältere Bruder von 2014-Weltmeister Bastian Schweinsteiger rückt beim Wiedersehen im Max-Morlock-Stadion auch deswegen in den Fokus, weil er gemeinsam mit dem Co-Trainer-Kollegen Frank Steinmetz in der Coaching-Zone den nach seiner Roten Karte in Heidenheim für ein Spiel gesperrten Chefcoach Klauß vertreten muss. „Bei Tobi merkt man, dass es ein besonderes Spiel ist“, sagte Klauß am Freitag.

Der Chefcoach war bemüht, im Vorfeld der Aufgabe gegen das Topteam der Liga möglichst viel Normalität auszustrahlen. „Ich falle in dem Sinn nicht aus“, sagte der 36-Jährige. Er werde bis 30 Minuten vor dem Anpfiff bei der Mannschaft sein und auch wie üblich die Ansprache an die Profis halten. Das Spiel selbst werde er dann leider aus einer Loge im Max-Morlock-Stadion „über sich ergehen lassen müssen“, sagte der „Club“-Coach. Klauß erwartet dabei schon „ein komisches Gefühl“.

Mit seinen Assistenten Schweinsteiger und Steinmetz werde er alle möglichen Maßnahmen vorbesprechen. Während der 90 Minuten und in der Halbzeitpause „müssen sie dann selbst entscheiden“, sagte Klauß.

Die „Expertise“ von Hecking und Schweinsteiger und deren „besseren individuellen Blick“ auf einzelne HSV-Akteure nahm er gerne in den Matchplan auf. Klauß äußerte großen Respekt vor dem Gegner: „Der HSV hat zu einer Stabilität gefunden.“ Lieber hätte er den Topfavoriten auf den Aufstieg in einer anderen Saisonphase erwischt. Aber es nützt ja nichts. Ziel müsse es sein, meinte Klauß, die Hamburger um Toptorjäger Simon Terodde (15 Saisontreffer) weit vom eigenen Tor wegzuhalten und insgesamt „Stress gegen den Gegner zu erzeugen“.

Hecking wiederum stritt ab, dass es für ihn ein besonderes Spiel sei, „überhaupt nicht“. Als HSV-Trainer siegte er in der Vorsaison mit 4:0 in Nürnberg, auch das Rückspiel im Hamburger Volkspark war beim 4:1 eine klare Sache. Das Aufstiegsziel verpasste Hecking trotzdem, was die Rückkehr nach Nürnberg erst möglich machte.

„Wenn ich mit dem HSV aufgestiegen wäre, wäre ich jetzt nicht in Nürnberg. Den Vertrag für die erste Liga hatte ich ja schon unterschrieben“, sagte Hecking den „Nürnberger Nachrichten“. Beim Wiedersehen würde sich der Sportvorstand ein „Ausrufezeichen“ gegen sein Ex-Team wünschen.

Fehlen wird dem „Club“ in der Offensive weiterhin Felix Lohkemper. Nach Adduktoren- und Hüftproblemen sei das Risiko eines Einsatzes zu groß, sagte Klauß. Adam Zrelak steht nach einem Schlag auf den Fuß dagegen zur Verfügung. Keine Offensivhilfe mehr ist der so häufig verletzte Virgil Misidjan. Der 27 Jahre alte Angreifer wechselt zurück in seine niederländische Heimat zum Erstligisten PEC Zwolle. Der Wechselwunsch des Spielers sei überraschend gekommen, berichtete Klauß. Auf dem Transfermarkt sei im Winter deshalb aber nicht zwingend etwas geplant: „Wir können das schon auffangen.“

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