03.03.2019 - 07:54 Uhr
Sport

Uralt-Rekord geknackt: Friedrich unschlagbar und nimmersatt

Francesco Friedrich hat schon wieder Bob-Geschichte geschrieben. Nachdem er als erster Pilot alle Weltcuprennen im Zweierbob gewann, legt er bei der WM in Whistler nach: Mit dem fünften Titel-Coup in Serie zieht er mit dem legendären Italiener Monti gleich.

Francesco Friedrich (r) feiert bei der WM in Whistler mit Thorsten Margis seinen fünften Titel. Foto: Darryl Dyck/The Canadian Press/AP

Whistler (dpa) - Ein kurzer Jubelschrei inmitten der Whistler Blackcombs, dann war Francesco Friedrich wieder die Ruhe selbst. Nachdem er den 58 Jahre alten WM-Rekord des legendären Italieners Eugenio Monti egalisiert hatte, war er in Gedanken schon bei der nächsten Titelchance im Zweierbob.

Auf seiner Heimbahn im sächsischen Altenberg kann er 2020 den sechsten Weltmeisterschafts-Sieg in Serie einfahren. „Solche Unsterblichkeitsserie hat noch keiner geschafft“, sagte der erkältete Friedrich mit glasigen Augen und angekratzter Stimme. Auch die obligatorische Sieger-Zigarre von Heimtrainer Gerd Leopold wollte er nicht anfassen.

Trotz Erkrankung demonstrierte der 28-jährige Sachse mit seinem Anschieber Thorsten Margis seine derzeitige Überlegenheit. Auf der kanadischen Heimbahn des in Pyeongchang noch zeitgleichen Olympiasiegers Justin Kripps fuhr er einen Vorsprung von überragenden 59 Hundertstelsekunden heraus.

„Wir haben am Start gezeigt, wo die Harke hängt. Und wir haben im letzten Durchgang einen Lauf hingezimmert, wo einfach keiner eine Chance hatte“, sagte der Doppel-Olympiasieger nach seinem bislang wertvollsten WM-Sieg. Monti hatte von 1957 bis 1961 fünf Zweierbob-Titel in Serie eingefahren - nun raste Friedrich ebenfalls zum fünften Sieg in Serie.

Der Olympia-Zweite im Viererbob, Nico Walther, schaffte als Dritter mit Anschieber Paul Krenz erstmals in seiner Karriere mit dem kleinen Schlitten einen WM-Podiumsplatz. Viererbob-Weltmeister Johannes Lochner landete mit Christopher Weber an der Bremse auf Rang acht.

Die Trainer adelten Friedrich, der im Team nur „Franz“ genannt wird. Neue Superlative nach „Friedrich den Starken“ oder „Jahrhunderttalent“ fanden sie nicht. „Seine Akribie zeichnet ihn aus, er denkt einfach an alles“, sagte Leopold. Cheftrainer René Spies betonte: „Er kann zum bestimmten Zeitpunkt seine Leistung abrufen. Er hat einen guten Ausgleich zwischen Anspannung und Entspannung, er ist unglaublich fokussiert, das macht ihn zum Ausnahmeathleten.“

Nun soll die Olympiasieger-Crew um Pilot Friedrich und Anschieber Margis auch im Viererbob den Titel erfolgreich verteidigen. Immerhin raste Friedrich in diesem Winter erstmals zum Weltcup-Gesamtsieg. Doch Margis weiß um die Gefahr im großen Schlitten bei dann sogar 154 Stundenkilometern auf der Hochgeschwindigkeitspiste. „Unser Vierer ist unheimlich schnell, es wird nicht am Material liegen, nicht am Start, es wird daran liegen, wie Franz in der Bahn mit dem Gerät klarkommt. Ich bin mir sicher, dass er das gut hinkriegt.“

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