16.02.2019 - 20:38 Uhr
Sport

Werder-Serien halten: Pizarro sichert spätes 1:1 in Berlin

Der alte Mann hat es mal wieder allen gezeigt. Claudio Pizarro drischt einen Freistoß durch die Hertha-Mauer und sichert Werder einen späten Punkt in Berlin. Der Peruaner setzt damit eine Bundesliga-Rekordmarke. Hertha-Trainer Dardai mochte nicht hinsehen.

Bremens Maximilian Eggestein (l) kämpft mit Herthas Salomon Kalou um den Ball.

Berlin (dpa) - Dank Oldie-Rekordmann Claudio Pizarro bleibt Werder Bremen in diesem Jahr ungeschlagen und hat nun schon elf Spiele nacheinander gegen Hertha BSC nicht verloren.

Der erst in der 61. Minute eingewechselte Peruaner sicherte mit seinem späten Tor (90.+6 Minute) den Norddeutschen am 22. Spieltag der Fußball-Bundesliga ein 1:1 (0:1) in Berlin und avancierte als Nachfolger von Mirko Votava mit 40 Jahren und 136 Tagen zum ältesten Torschützen der Bundesliga. „Ich bin sehr zufrieden. Der Punkt hilft uns für unsere Ziele“, sagte Pizarro nach seinem 195. Bundesliga-Tor.

Die Gastgeber hatten lange Zeit das Geschehen bestimmt und waren durch den Ex-Bremer Davie Selke in Führung gegangen (25.). Doch danach ließ Hertha zahlreiche weitere Möglichkeiten ungenutzt und wurde am Ende dafür bestraft. Mit dem Remis haben der Tabellenneunte Hertha (32) und der Zehnte Werder (31) erst einmal den direkten Anschluss an die Europacup-Plätze verpasst.

„Ich habe den Freistoß nicht mehr angeschaut. Ich habe mich weggedreht“, sagte Hertha-Trainer Pal Dardai, der das Unheil offenbar kommen sah. Energisch redete er nach Schlusspfiff auf Selke ein. „So ein Spiel muss man Hause bringen. Wir haben Einwurf und noch eine Minute zu spielen. Das war viel zu einfach“, monierte der Coach.

Vor 49.627 Zuschauern im Berliner Olympiastadion knüpften die Gastgeber am Samstagabend lange an die jüngste starke Leistung beim 3:0-Auswärtssieg gegen Borussia Mönchengladbach an. Dardai hatte zwar mit einer „verrückten Idee“ bei seinem Matchplan liebäugelt, dann aber mit der Rückkehr des zuletzt gesperrten Valentino Lazaro nur eine Veränderung an seiner Startelf vorgenommen. Kollege Florian Kohfeldt vertraute derselben ersten Mannschaft wie beim 4:0 gegen den FC Augsburg vor einer Woche.

Vor allem das Berliner Offensiv-Trio Selke, Ondrej Duda und Salomon Kalou bereitete den Gästen im ersten Durchgang erhebliche Probleme. Eine scharfe Eingabe von Lazaro kann Selke zunächst in guter Position nicht kontrollieren (13.). Nach tollem Lupferpass von Kalou donnerte wieder Selke in seinem 101. Bundesligaspiel den Ball an den Pfosten des Bremer Tores (25.).

Schließlich traf der 24 Jahre alte Stürmer doch: Der starke Duda öffnete mit einem Steilpass auf Kalou das Spiel, der Ivorer legten den Ball quer - und Selke markierte sein drittes Tor im dritten Pflichtspiel nacheinander. Der Rettungsversuch von Niklas Moisander kam zu spät. Auf einen exzessiven Torjubel verzichtete Selke. Bei Werder war er von 2013 bis 2015 zum Erstligaspieler geworden.

„Er kann vorne den Ball festmachen. Aber er kann nicht nur vorne drin spielen, sondern ist auch für ein Konterspiel geeignet. Weil er schnell ist und auch weglaufen kann“, hatte Hertha-Manager Michael Preetz Selkes Vorzüge beschrieben. Noch vor der Pause hätte Hertha erhöhen können. Doch Kalou verpasste einen Kopfball (35.). Und Duda jagte einen 27-Meter-Freistoß an die Latte (38.).

Ein gefährliches Werder-Offensivspiel fand lange Zeit nicht statt, sieht man von zwei Möglichkeiten von Milot Rashica ab. Der Kosova-Albaner konnte nach seinen zwei Toren gegen Augsburg und der Verletzung danach in Berlin mitwirken und war der größte Unruheherd für die Berliner.

Nach der Pause verstärkten die Grün-Weißen ihre Angriffsbemühungen, wirkten nun auch in den Zweikämpfen bissiger. Schließlich nutzte der abgezockte Pizarro in der hektischen Nachspielzeit einen noch zweimal abgefälschten Freistoß aus 17 Metern zum Ausgleich. So blieb Hertha auch im elften Spiel nacheinander gegen Bremen ohne Dreier.

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