18.08.2014 - 00:00 Uhr
StadlernOberpfalz

Gnadenbild "Unserer lieben Frau aus Erden gebrannt" zieht über 1000 Gläubige in seinen Bann Mit Gott nicht ins Verderben

Die Wallfahrt am Großen Frauentag (Maria Himmelfahrt) mit ihrer langen Geschichte hat ihre Bedeutung bewahrt. Auch heuer lockte der Termin über tausend Besucher, darunter auch viele Fußwallfahrer, die einen langen Marsch nicht scheuten.

von Autor GLProfil

Seit 1363 ist die Existenz der Kirche in Stadlern dokumentiert, 1626 ist von einem "Städla zur Wallfahrt" die Rede. Das Gnadenbild "Unserer lieben Frau aus Erden gebrannt" ist es, das die Gläubigen in ihren Bann zieht. In alten Zeiten pilgerten viele Menschen aus dem Nachbarland nach Stadlern, heute ist der Frauentag ein Treffpunkt für die Sudetendeutschen. Auch die Vertreter vieler Kommunen zieht es an diesem Tag nach Stadlern.

Höhepunkt war der Festgottesdienst mit Bergpredigt auf dem Kalvarienberg. Die Fußwallfahrer wurden mit Glockenläuten in der Wallfahrtskirche empfangen. Die Blaskapelle und Fahnenabordnungen der Vereine geleiteten den Pilgerzug mit Priestern und Ehrengästen zum Kalvarienberg.

Über 100 Marktstände

Entlang der für den Verkehr gesperrten Hauptstraße hatten sich über 100 Verpflegungs- und Marktstände postiert. Dort durften im Sortiment auch die traditionellen Kräuterbüschel nicht fehlen. Michael Reitinger, Pfarrer im Ruhestand, hieß die über 1000 Gläubigen willkommen, darunter Landrat Thomas Ebeling, die Abgeordneten Karl Holmeier, Franz Schindler und Alexander Flierl, Oberbürgermeister Andreas Feller von der Patenstadt Schwandorf und Stadlerns Bürgermeister Gerald Reiter. Die Festpredigt hatte der in Oberviechtach geborene Pfarrer Johannes Kiefmann übernommen. Mitzelebranten waren Dr. Roy Mathews aus Kerala/Indien (Schönsee) Professor Dr. Josef Stala aus Tarnow/Polen (Weiding) und Martin Särve, Pfarrer im Ruhestand aus Weiding. Pfarrer Kiefmann erinnerte sich daran, wie er in der Jugend- und Ausbildungszeit zum ersten Mal mit dem Stadlerner Frauentag und dem verstorbenen Bischöflich Geistlichen Rat Andreas Lesser in Kontakt gekommen war.

Wenig gelernt

In seiner Predigt verwies er auf die Gottesmutter Maria, deren Himmelfahrt gefeiert wird; sie höre immer zu, wenn wir sie rufen. Das würden die vielen Pilgerstädte und Gnadenorte bestätigen, wo die Menschen Kraft und Hoffnung schöpfen. Doch trotz ihrer Offenbarungen 1917 in Fatima und dem oft segensreichen Einwirken habe die Menschheit aus der Geschichte wenig gelernt, wie die Ereignisse des 20. Jahrhunderts mit ihren Schrecken zeigen.

Der Geistliche verwies auf den 100. Jahrestag des Weltkrieg-Ausbruchs - aber auch auf den 25. Jahrestag der Grenzöffnung. "Es warten aber noch viele Grenzen darauf, niedergerissen zu werden", meinte er. Die Menschen könnten in guter verständnisvoller Nachbarschaft beweisen, dass ohne Glaube und Gebet nichts bewirkt werden kann. Dann bräuchte die Geschichte nicht ins Verderben führen. Während des Gottesdienstes erklangen Böllerschüsse, auch die segenbringenden Kräuerbüschel wurden geweiht. Viele waren auch bei der Gedenkfeier am nahen Sudetenkreuz dabei (Bericht folgt).

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.