14.08.2014 - 00:00 Uhr
StadlernOberpfalz

In Stadlern kündigt sich der "Große Frauentag" an - Fußabdruck der Gottesmutter Pilger auf "Steig über den Berg"

von Autor GLProfil

Zum "Großen Frauentag" läuten am Freitag wieder oftmals die Glocken der Wallfahrtskirche. Dieser Ruf gilt besonders den zahlreichen Pilgern, die durch Wald und Flur zu Fuß dem Wallfahrtsort zustreben, um ihre Anliegen vor das Gnadenbild "Unserer lieben Frau aus Erden gebrannt" zu tragen.

Ein Höhepunkt ist dabei immer der Festgottesdienst an der Kreuzigungsgruppe auf dem Kalvarienberg. Die Bergpredigt hält heuer der 1980 in Oberviechtach geborene Pfarrer Johannes Kiefmann. Mitzelebranten sind neben Ruhestandspriester BGR Michael Reitinger, Pfarrer i.R. Martin Särve (Weiding) und die Aushilfsgeistlichen Professor Josef Stala aus Tarnow/Polen (Weiding) und Dr. Roy Mathews aus Kerala/Indien (Schönsee). Sie werden um 9.45 Uhr in einer feierlichen Prozession auf den Kalvarienberg geleitet.

Hatten sich einst richtige Prozessionen mit von Pferden gezogenen Birkenwägen auf den Weg nach Stadlern gemacht, so sind heute noch einige Fußwallfahrten geblieben. Eine davon bricht um 8 Uhr bei der Pfarrkirche in Schönsee auf und macht sich auf die historische Wegstrecke, den "Steig über den Berg". An der früheren Hauptverbindung der Region vor und hinter dem Drechselberg, die bis hinein ins Nachbarland, das frühere "Österreichische" führte, kommen die Pilger auch an der Magdalenenkapelle vorbei.

Über dieses Gotteshaus und die Wallfahrt hat sich eine Überlieferung erhalten: Als die Stadlerner Kirche 1431 durch die Hussiten zerstört wurde, soll das Gnadenbild, eine Muttergottesfigur mit Kind, erhalten geblieben sein. Deshalb sollen die Schönseer versucht haben, es in ihre Kirche zu bringen. Dies misslang zunächst, weil die Pferde unterwegs ihren Dienst versagt haben. Das Gnadenbild wurde dennoch nach Schönsee gebracht, es kehrte aber wundersamerweise immer wieder nach Stadlern zurück, sooft es auch geholt wurde. Als die Muttergottes, so die Sage, sich das letzte Mal von Schönsee aus auf "dem Steig" nach Stadlern aufmachte, schlief sie unter einer Haselnussstaude ein, obwohl sie vom Teufel verfolgt wurde. Als dieser ihr schon nahe war, liefen ihr Eidechsen über Gesicht und Hände, sie erwachte und flüchtete mit letzter Kraft in die Kirche von Stadlern.

Von diesem Ereignis sind Spuren erhalten: Auf einem Felsblock, der sich unmittelbar an der Magdalenenkapelle befindet, finden sind der Fußabdruck der Muttergottes sowie der Bockfuß des Satans. Gleich daneben, so will es die Überlieferung, soll sich der Dreizack des Teufels verewigt haben, der Abdruck könnte aber auch als Krone gewertet werden. Zum Frauentag werden in Stadlern auch Kräuterbüschel verkauft, außerdem bieten zahlreiche Marktstände ein umfassendes Angebot.

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