21.02.2018 - 17:26 Uhr
Stadlern

Schwarzkittel fordern die Politik

Jagdgenossen, Jagdpächter und Jäger sehen in der zunehmenden Population der Wildschweine immer mehr Probleme mit Schäden in Wald und Flur. Die Politik ist mit Gegenmaßnahmen gefordert! Sachlich und zielgerichtet diskutieren die Teilnehmer bei der Jahresversammlung die Ursachen der zunehmenden Schäden von Wildschweinen und Rotwild.

von Ludwig HöcherlProfil

Bei der Zusammenkunft im Gästeraum der Münchener Medizin Mechanik begrüßte Jagdvorsteher Hans Wild neben den Mitgliedern die Jagdpächter Klothilde und Michael Koller, Bürgermeister Gerald Reiter sowie dessen Amtsvorgänger Günther Holler. In seinem Bericht über das abgelaufene Jagdjahr erinnerte Wild an die bei der letzten Versammlung geplante Instandsetzung eines Weges im Gebiet Schwarzach. In Absprache mit der Gemeinde seien die Ausbesserungen zügig erfolgt.

Gemeinsam gelöst

Für die Beteiligung mit der Hälfte der Kosten dankte er Bürgermeister Reiter und den Gemeinderäten. Im Rückblick des Jagdvorstehers stand ebenfalls die Hegeschau in Schönsee sowie das gemeinsame Jagdessen, für das er den Jagdpächtern namens der Mitglieder dankte. Bei einem Aktionstag gab es Information zum Anpflanzen von Schlehen und Weichgehölz für das Rotwild und dem Anlegen von Steinlesehaufen als Lebensraum für Kleintiere. Gemeldete Wildschäden wurden, soweit möglich, mit den Grundstückseigentümern unter Mithilfe des MMM-Bautrupps bereinigt und eine Einigung erzielt. Allerdings musste in einem noch nicht geklärten Fall wegen Meinungsverschiedenheiten ein Termin bei der unteren Jagdbehörde in Anspruch genommen werden. Künftig werden Grundstückseigentümer und deren Flächen über einen digitalisierten Jagdkataster geführt, der immer Zugriff auf die aktuellsten Daten bietet. Dem Vorschlag von Kassier Georg Rötzer und Jagdvorsteher Hans Wild, keinen Jagdpacht an die Mitglieder auszuzahlen wurde zugestimmt. Dieser solle für den Ausgleich von Schäden oder Wegebau in der Jagdkasse bleiben.

Angst vor Schweinepest

In der Aussprache wurde das große Problem für Jagdgenossen, Jagdpächter und Jäger deutlich, wenn die Befürchtungen zur afrikanischen Schweinepest Realität werden sollten. Mit konträren Ansichten stünden sich der Bayerische Bauernverband und der Jagdverband für vorbeugende Maßnahmen gegenüber. Nach wie vor seien der Saufang und die Nutzung von Nachtsitz-Vorsatzgeräten umstritten bzw. erfordern eine Genehmigung. Hier, so die einhelligen Äußerungen der Anwesenden, sei wegen der überbordenden Problematik die Politik mit klarer Stellungnahme gefordert.

Bürgermeister Gerald Reiter appellierte an die Jäger beim Abschuss der Wildschweine nicht nachzulassen. Die Schäden dürfen nach seiner Meinung nicht noch mehr zunehmen. "Jäger, Land- und Forstwirte können das Problem nur im Verbund lösen" war die Meinung von Michael Koller. Das Futterangebot für die Wildschweine sei reichlich, Klima und Population fördern dazu deren Bestand. Die bei der Bejagung erforderliche Stille im Wald sei durch Nachtwanderer, Quadfahrer oder Mountainbiker ebenso nicht gegeben wie durch freilaufende Hunde. Bei der oft geforderten Drückjagd habe man nur selten den gewünschten Erfolg.

Einladung zum Jagdessen

Kein Verständnis habe Koller, wie auch die Anwesenden, wenn Eigentümer oder Nutzer auf Flächen ein Jagdverbot aussprechen. Zustimmung fand der Vorschlag aus den Reihen der Mitglieder für ein zeitnahes Treffen von Grundstückseigentümern, Jägern und Jagdpächtern. Dabei soll ein Konzept ausgearbeitet werden, wie man gemeinsam Herr über die zunehmende Problematik werden könne. Hans Wild lud namens der Jagdpächter zum Jagdessen am Freitag, 27. April, um 19.30 Uhr, in die MMM-Kantine ein.

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