18.08.2017 - 15:06 Uhr
StadlernOberpfalz

Sudetendeutsche wollen ihre Heimat in der Erinnerung bewahren Gekappte Wurzeln

Erinnern statt verdrängen: Darum geht es, wenn sich Sudetendeutsche einmal im Jahr in Stadlern treffen. Warum das so wichtig ist, erklärte Rudolf Lohwasser, Vertreter der Sudetendeutschen in der Kreisgruppe Oberviechtach.

Am Sudetenkreuz sprach Rudolf Lohwasser (rechts) für die Kreisgruppe Oberviechtach. Bilder: mmj (2)
von Ludwig HöcherlProfil

Im Anschluss an den Festgottesdienst zum Frauentag hat die Gedenkfeier am Sudetenkreuz Tradition. Auch heuer wurde an die Wurzeln erinnert, die für viele Wallfahrer in Böhmen liegen.

Tradition fortsetzen

Bürgermeister Gerald Reiter sprach an der historischen Stätte, einen Steinwurf vom der Kreuzgruppe am Kalvarienberg entfernt, davon, dass in den 50er Jahren bis zu 5000 Teilnehmer gekommen seien. Heute werde mit den noch lebenden Heimatvertriebenen und deren Nachkommen an alle gedacht, die das Leid der Vertreibung aus der Heimat erfahren mussten. Reiter sicherte den Anwesenden, darunter Ehrengäste, Vereinsabordnungen und im Sudetenland Geborene, zu, dass die Tradition dieses Gedenkens an diesen Tag fortgesetzt wird.

Schicksale beleuchtet

Für Rudolf Lohwasser, Vertreter der Sudetendeutschen in der Kreisgruppe Oberviechtach, soll die Feier an die Vertreibung erinnern, man wolle auch der Toten gedenken. Lohwasser zitierte bei diesem Anlass den in Breslau geborenen früheren Kölner Kardinal Joachim Meisner. Dieser hatte geäußert, dass das Leben von den in der Heimat liegenden Wurzeln gespeist wird. Am Beispiel von Schicksalen, die ihn persönlich betrafen oder sich in seiner Umgebung abspielten, blickte Lohwasser zurück auf die Zeit, als die Menschen zwangsweise ihre Heimat verlassen mussten. Mit der Aussage "Lasst euch nicht von unseren Wurzeln trennen", unterstrich der im Sudetenland geborene Sprecher die Bedeutung der Heimat. Zusammen mit dem Stadlerner Bürgermeister Gerald Reiter legte er am Sudetenkreuz eine Blumenschale nieder.

Domvikar Thomas Helm bat um Frieden in der Welt, mit dem "Böhmerwaldlied", gespielt von zwei Bläsern der Blaskapelle Stadlern, endete die Gedenkfeier.

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