09.08.2014 - 00:00 Uhr
Steinberg am SeeOberpfalz

MdB Karl Holmeier macht sich auf den Museumslehrpfad - Vereine suchen Mitglieder Knappen-Tradition im Blick

Die Pflege des bergmännischen Brauchtums stand im Mittelpunkt eines mehrstündigen Nachmittagsgespräches mit MdB Karl Holmeier, bei dem die Teilnehmer vom Heimat- und Braunkohlemuseum in Steinberg auf dem Museumslehrpfad zum Heimat- und Industriemuseum Wackersdorf wanderten.

von Autor SJAProfil

Der Vorsitzende des Heimatkundlichen Arbeitskreises Jakob Scharf empfing die interessierten Teilnehmer im einzigen Braunkohlenmuseum Süddeutschlands in Steinberg und erläuterte Aufbau und Konzept des seit 1994 bestehenden Museums. Man habe in den vergangenen 20 Jahren viel Material von der ehemaligen BBI zusammengetragen. Weiterhin werde man Exponate zur BBI- und Ortsgeschichte sicherstellen und die Bergbaugeschichte des Wackersdorfer Reviers noch tiefer erforschen, wobei die Zusammenarbeit der beiden Museen in Steinberg und Wackersdorf bestens laufe.

Auf dem Museumslehrpfad, der mit Schautafeln die Abbaugeschichte dokumentiert, konnten sich die Teilnehmer entlang des Knappensees auch von der gelungenen Rekultivierung und der idyllischen Seelandschaft überzeugen. In Wackersdorf hieß Bürgermeister Thomas Falter den Bundestagsabgeordneten und die "Bergbauwanderer" willkommen und erläuterte, wie die Gemeinde Wackersdorf bemüht sei, die Bergbautradition lebendig zu erhalten und dafür auch "Geld in die Hand nimmt". Museumsleiter Karl Jobst, der auch Vorstandsmitglied des Landesverbandes Bayerischer Bergmanns-, Knappen- und Hüttenmännischer Vereine ist, erläuterte die Aktionen, mit denen die Erinnerung an die Zeit des Kohleabbaus im Raum Wackersdorf erhalten werde.

Er nannte hier vor allem das jährliche Barbarafest, die Museumskirwa, die Berggeistwanderungen sowie die Mettenschicht. Innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft gebe es eine Reihe von Außenanlagen, wobei der "Tertiärwald" mit Exponaten aus der BBI- Zeit und das Geotop Nr. 99 im ehemaligen Tagebau Westfeld, drei Schwungrädern einer Brikettpresse Anziehungspunkte seien. Besonders stolz sei man auf den gemeinsamen Film von Wackersdorf/Steinberg, "Die Erben des Tertiärs", der großen Anklang finde und auf Wunsch überall vorgeführt werde.

Der Vorsitzende des Bergknappenvereins Stulln/Schwarzenfeld, Jürgen Ferschl, berichtete von den Schwierigkeiten, jungen Menschen die Bergbaugeschichte näher zu bringen und sie zum Eintritt in einen der meist "überalterten" Bergknappenvereine zu bewegen. Dennoch werde die Bergbautradition in den fünf Bergknappenvereinen des Landkreises in Wackersdorf, Stulln/Schwarzenfeld, Wundsheim, Wölsendorf und Ponholz lebendig gehalten.

Der Bundestagsabgeordnete ließ sich auch darüber informieren, dass mit der Bergmannskapelle und dem Singkreises des Knappenvereins Wackersdorf, der Kaolinkapelle Schnaittenbach/Hirschau, dem Knappenchor Buchtal und der Bergknappenkapelle Schwarzenfeld Klangkörper bestünden, die bergmännische Musik erhalten und pflegen. Jakob Scharf sagte, dass man im Landkreis die Arbeit der Bergknappenvereine sehr hoch schätze und man nicht vergessen dürfe, dass im Wappen des Landkreises Schwandorf das Flussspatsystem durch den heraldischen Wellenbalken angedeutet sei.

In Bodenwöhr, Maxhütte-Haidhof, Stulln, Steinberg und Wackersdorf hätten, so Scharf, die Bergwerkssymbole Schlägel und Eisen Eingang in das Gemeindewappen gefunden. In der abschließenden Diskussion zeigte der Vorsitzende des Steinberger Fremdenverkehrs- und Kulturvereins Anton Zizler auf, wie seit Stilllegung der BBI bis heute eine attraktive Erholungslandschaft entstand. MdB Karl Holmeier zeigte sich beeindruckt vom "Brückenschlag aus der Vergangenheit über die Traditionspflege hin zur modernen Zeit" und sicherte jegliche politische Unterstützung zu.

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