Norbert Ruf Knochenmarkspender für einen lebensbedrohlich erkrankten Jungen in Holland
Chance auf ein neues Leben

Lokales
Störnstein
23.04.2013
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"Das ist ein überwältigendes Gefühl. Ich würde es jederzeit wieder machen." Der Störnsteiner Norbert Ruf hat einem einjährigen Buben aus Holland die Chance auf ein neues Leben gegeben.

Im April 2001 ging Ruf wie viele andere auch zur Typisierungsaktion des Vereins "Hilfe für Anja" in der Grundschule Altenstadt/WN. Das Ermitteln eines geeigneten Spenders, das der berühmten Suche nach einer Nadel im Heuhaufen gleicht, war tatsächlich erfolgreich. Schon ein Jahr später lud die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) den 46-jährigen Ruf zur Bestätigungstypisierung ein. Aber andere Spender schienen zunächst erfolgversprechender.

Am Faschingsdienstag

Im Juni 2012 meldete sich die DKMS erneut bei dem Banker und bat ihn wiederum zu einer Bestätigungstypisierung. Im September kam die positive Nachricht: Diesmal wäre Ruf der passende Spender. Aber Anfang Dezember wurde die Aktion dann überraschend abgeblasen. Am Heiligen Abend meldete sich plötzlich die DKMS erneut bei Ruf. Und dann ging es schnell, Im Januar 2013 hatte der zweifache Familienvater eine vierstündige Generaluntersuchung im Klinikum Nürnberg Nord.

"Am Rosenmontag musste ich dann in Nürnberg sein", erinnert sich der Wohnbaufinanzierungsberater. Am Faschingsdienstag erfolgte die Knochenmarkentnahme, unter Vollnarkose durch Punktion des Beckenkamms. Das Mark wurde dem kleinen Holländer, dessen blutbildendes System durch eine Erkrankung lebensbedrohlich geschädigt ist, nach Aufschwemmung in einer Lösung infundiert.
Der Junge leidet an einer sehr seltenen Krankheit, von der nur Buben betroffen sind. "Es sind weltweit nur 800 Fälle bekannt", weiß Ruf. Ohne Knochmarktransplantation betrage die Sterblichkeitsrate in den ersten zehn Jahren 100 Prozent.

Jetzt drückt der Oberpfälzer dem Buben die Daumen, dass er wieder ganz gesund wird. Wer der Empfänger ist, weiß Ruf nicht. Nach holländischem Recht darf er ihn einmal im Leben kennenlernen - aber anonym. Anders als in Deutschland, wo ein Retter nach zwei Jahren Kontakt aufnehmen darf. Ruf, seit 25 Jahren Rettungssanitäter beim Roten Kreuz, erfährt jetzt ein Jahr lang in regelmäßigen Abständen, wie die Genesung des Jungen fortschreitet. Die erste Nachricht über dessen Gesundheitszustand kommt bis in sechs Wochen.

Dankschreiben der DKMS

Aber ein Brief der DKMS ist schon eingetroffen, und zwar bei der Raiffeisenbank in Vohenstrauß. "Wir möchten uns ganz herzlich bei Ihnen bedanken, dass Sie Ihren Mitarbeiter im Februar sieben Tage von der Arbeit für eine Knochenmarkentnahme freigestellt haben", schreibt die Stiftung. "Durch das selbstlose Engagement von Herrn Ruf konnte einem Patienten die lebensrettende Transplantation und damit eine neue Chance auf Leben ermöglicht werden."

Vorstandschef Karl Völkl ist stolz auf den Mitarbeiter. Beide wollen Mut machen, sich zu überwinden, und bei einer Typisierung mitzumachen.
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