18.03.2013 - 00:00 Uhr
StörnsteinOberpfalz

Pilkington-Manager Reinhold Gietl und andere empfehlen, bei Berufswahl auf das Gefühl zu hören Neigung nicht unterdrücken

Zum Wirtschaftsabend der Gemeinde rückte Pilkington-Werksleiter Reinhold Gietl mit etlichen Mitarbeitern an. Sie gaben Jugendlichen Tipps zur Berufswahl. Und Gietl fesselte die zahlreichen Zuhörer mit Argumenten.

von Siegfried BühnerProfil

Er gestand, dass er selbst ein halbes Jahr vor dem Abitur noch nicht gewusst habe, was er denn nun machen solle. Ein guter Ratgeber sei dabei das eigene Gefühl: "Machen Sie das, was Sie gerne machen wollen." Das stand als Kernsatz im Mittelpunkt der Empfehlungen des Abends im Gemeindezentrum.

Gietl nannte auch konkrete Fälle falscher beruflicher Weichenstellung. So zum Beispiel mit dem Zahnarzt, der später Musiker wurde oder der früheren Fernsehmoderatorin, die jetzt als Hüttenwirtin arbeitet. Er kennt auch einen Elektriker, der mit 40 Jahren noch Abitur machte und jetzt studiert. "Wenn Sie Spaß an der Arbeit haben, schauen Sie nicht auf die Uhr", ist der Manager überzeugt.

Die Bedeutung der richtigen Berufswahl unterstrich er mit dem Argument, dass Jugendliche heute aus demografischen Gründen mit einem langen Berufsleben rechnen müssten. "Altersteilzeit oder früher Renteneintritt kommen nicht mehr in Betracht." Und er ergänzte: "Auch wenn Sie mit Informationen zugeschüttet werden, machen Sie das, was Ihnen liegt."
Dass die Berufswahl nach Eignung und Neigung heute leichter fällt, belegte Gietl mit Hinweis auf den Kampf der Betriebe um Azubis. Arbeitsagenturen und Kammern konnten an dem Abend zufrieden sein: Der Weiherhammerer bestätigte vieles, was Experten für erforderlich halten, um Fachkräftemangel entgegen zu wirken.

Zwei weibliche Auszubildende und eine gewerbliche Mitarbeiterin waren ebenfalls mit dabei. Zum Beispiel Alexandra Dütsch aus Störnstein als gelernte Industriemechanikerin. Alle zeigten sich von ihrem Handwerk begeistert. Gietl berichtete auch von seinen Ingenieurinnen, die sich neben den heißen Glasschmelzwannen in der "rauen Männerwelt" sehr wohlfühlen.

Er empfahl auch die Kombination aus Technik und Betriebswirtschaft in Form der dualen Ausbildung als Industriemechanikerin mit dem Maschinenbaustudium.

Markus Nickl und Marco Götz, bei Pilkington zuständig für die technische und kaufmännische Ausbildung, empfahlen Schnupperpraktika vor der Ausbildungsentscheidung. Mit dem Satz "Wir haben rund 100 Bewerbungen für maximal 3 kaufmännische Ausbildungsplätze und ganz wenig für 7 technische Berufe" zeigten beide das Ungleichgewicht der Berufswünsche.

"Auch ein Studium lohnt sich", unterstrich Dr. Wolfgang Weber von der HAW Amberg-Weiden. Seine Studenten fänden in der Regel Arbeit in der Region. Die Praxisorientierung der HAW mit ihren 18 Studiengängen und den 26 Partnerunternehmen führe dazu, "dass Studenten am Ende des Studiums nahezu ausverkauft sind". Praxissemester und praxisnahe Bachelorarbeiten trügen dazu bei.

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