Wöllershof erarbeitet sich hervorragenden Platz in Psychiatrie-Ranking
Neubau, neue Stellen, neue Technik

Es tut sich was am Bezirksklinikum Wöllershof. Landrat Andreas Meier, die Bezirksräte Toni Dutz und Lothar Höher, Ärztlicher Direktor Dr. Markus Wittmann, Bezirkstagspräsident Franz Löffler uind Medbo-Chef Dr. Helmut Hausner (von links) hatten etliches zu besprechen. Bild: Schönberger
Politik
Störnstein
13.01.2017
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Bezirkstagspräsident Franz Löffler schaute am Donnerstag mit den beiden nordoberpfälzischen Räten Lothar Höher und Toni Dutz im Bezirkskrankenhaus Wöllershof vorbei: gutes neues Jahr, Dank für die geleistete Arbeit, weitere Unterstützung versprochen. Traditionsgemäße Nettigkeiten eben, die trotzdem nicht fehl am Platz sind.

Vor allem, weil die Vertreter des Bezirks auch Handfestes im Gepäck hatten. Dazu gehört die Zusage, Wöllershof weiter auszubauen. Dorthin soll im Oktober 2018 die Pflegeeinrichtung der Medbo (Medizinische Einrichtungen des Bezirks) aus Parsberg umziehen. Dazu wird das ehemalige Haus 11 komplett neu gebaut. Im April ist Spatenstich für die 4,6-Millionen-Euro-Investition.

Sie beschert dem Standort 25 bis 30 neue Arbeitsplätze zu den jetzigen 322. Landrat Andreas Meier hörte das gerne. Auch außerhalb der Region genießt das Klinikum einen ausgezeichneten Ruf. Genüsslich zitierte Löffler eine Liste des Magazins "Focus", die Wöllershof im deutschen Psychiatrie-Ranking weit vorne sieht.

Digitale Zukunft

Die Zahlen dazu sprechen Bände. Bei 145 Planbetten wurden 2016 im Bezirksklinikum 2850 stationäre oder teilstationäre Fälle behandelt, ambulant waren es sogar 8100. Die Weichen, diese Position zu halten, seien bereits gestellt. Vor allem dank des neuen Ärztlichen Direktors Dr. Markus Wittmann. Der Niederbayer ist laut Medbo-Chef Dr. Helmut Hausner "passgenauer Experte" für das Haus. Der Mediziner habe schon zum Thema geforscht, Psychiatrie in der Fläche und nicht nur in Ballungsräumen zu halten.

Daraus leitet sich die Aufgabe ab, qualifiziertes Personal zu gewinnen und neue Entwicklungen nicht zu verpassen, erklärte Wittmann. "Der Weg der Digitalisierung der Medizin kommt unausweichlich. Wir können das ignorieren oder wir können das mitgestalten." Zum Beispiel beim Thema Telemedizin. Das kann so aussehen, dass sich der Patient zu Hause am Rechner einloggt und über eine Kamera mit seinem Arzt spricht, so dass er keine lange Fahrt auf sich nehmen muss. Genauso könnten radiologische Bilder und Befunde übertragen werden. Weitere Stichworte sind Home-Treatment, Krisenintervention oder Entlassmanagement. Wittmann könnte sich ferner vorstellen, dass in Wöllershof eine Zeitlang Rezepte ausgestellt werden.

All dies sei kein Wunschkonzert, sondern eine Reaktion auf gesetzliche Standards, die der Gesetzgeber in der Psychiatrie fordere. Das werde nicht leicht. Den Bezirksräten ist dabei nicht bange. "Wöllershof ist eine offene Klinik. Es ist kein Tabu mehr, darüber zu sprechen, das man hier in Behandlung war", sagte Lothar Höher. Kollege Toni Dutz erinnerte daran, dass die vor 20 Jahren geführte Diskussion um den künftigen Standort der Psychiatrie in der Nordoberpfalz zum Glück beendet sei. "Auch weil damals Petra Dettenhöfer und Ludwig Spreitzer vehement für Wöllershof gekämpft haben."

Roter Teppich für Fachärzte

Nun gelte es, um Fachkräfte zu kämpfen. Drei weitere Ärzte würden gut tun. Auch das seit über einem Jahr verwaiste Schlaflabor werde nicht aufgegeben. Die Stelle eines Schlafmediziners sei weiter ausgeschrieben. Sobald sich jemand bewerbe, werde das Labor zum Leben erweckt und auf den neuesten Stand der Technik gebracht, versprach Hausner.
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