16.10.2017 - 18:12 Uhr
StörnsteinOberpfalz

Alle Erwartungen übertroffen - ausgezeichnete Stimmung Kirwa ohne Wirtshaus

"Wenn schon kein Wirtshaus in der Gemeinde mehr zur Kirwa offen hat, dann müssen halt wir was auf die Beine stellen", sagt Markus Döllinger. Die Erwartungen des Vorsitzenden für die erste Kirwa im Gerätehaus haben sich mehr als erfüllt.

von Werner ArnoldProfil

Vor dem Feuerwehrhaus stand ein umgebauter Milchtank. Darauf loderte Feuer. Im Behälter garte das Schweinefleisch für die 60 bestellten Mittagessen. Die Fenster im Florianstüberl waren gekippt. Draußen waren die Musik einer Quetschen und Prost-Rufe nicht zu überhören. Kurz vor 11 Uhr waren die Stühle gut besetzt, obwohl die Gaudi offiziell noch gar nicht losging. Die einen hatten die Weißwürste mit Brezen schon verzehrt, die anderen waren noch dabei. Etliche Frauen saßen mit an den Tischen.

Urlaub oder Überstunden

Für Harry (54), der mit Andy (31) vor dem Gerätehaus eine Zigarettenpause einlegte, ist die Landkirwa Tradition. Beide nehmen wie viele Kirwagäste im ganzen Landkreis für den Montag Urlaub oder feiern Überstunden ab. Der 26-jährige Sebastian nennt es selbstverständlich, dass er an diesem Tag Urlaub nimmt. Und das seitdem er arbeitet.

Derweilen spielt Karl Schmucker mit seiner Zugharmonika mit Unterhaltungsliedern auf. Biertischgarnituren müssen herangeschafft werden. Es wird immer enger im Unterrichtsraum und im Stüberl. An einem Tisch im Unterrichtsraum sitzen einige Herren im gesetzten Alter beieinander. Der 77-jährige Erwin geht schon seit Jahren auf die Kirwa. Auch der 78-jährige Johann kennt es nicht anders, als am Montag zur Kirchweih die Arbeit Arbeit sein zu lassen.

Jetzt als Rentner ist es für den 68-jährigen ehemaligen Berufskraftfahrer Uwe schon etwas leichter, diesen Tag zu genießen. "Früher ging halt der Beruf vor." Bei Rosi (54) blieb am Kirwamontag schon immer die Küche zu Hause kalt.

Im Gerätehaus standen zur Kirwa die Herren. Sie machten sich als Mundschenk, oder wie die beiden Kommandanten Wolfgang Meiler und Marius Schmid, als Tellerwäscher nützlich. Der Nachwuchs, vor allem die Mädchen, fungierte in kurzen Lederhosen als Bedienung.

Bürgermeister Markus Ludwig zog es vor, mit den Bauhofmitarbeiten bei der Feuerwehr Mittag zu essen. Er lies dafür den Termin mit den anderen Bürgermeistern aus der Verwaltungsgemeinschaft sausen. Der Vater des Kommandanten und aktive Feuerwehrler Hubert Meiler sprach von einem Zeichen für den Zusammenhalt in der Gemeinde.

Premiere auch beim Bier

Vorzüglich schmeckte den Gästen der erstmals ausgeschenkte Störnsteiner Kirwa-Zoigl. Der Durst war größer als die Menge des Spezialsudes. Doch die Kirwagäste brauchten keine Angst zu haben, der Getränkevorrat - wenn auch aus einer anderen Brauerei - war gut aufgefüllt.

Immer wieder ertönte der Schlachtruf "Wer hat Kirwa? Mia hom Kirwa." Für Vorsitzenden Döllinger wurde es ein langer Tag. Aber die Resonanz entschädigte für alle Mühen "Es helfen ja alle zusammen. Das zeugt vom Kameradschaftsgeist in der Störnsteiner Wehr."

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