07.07.2017 - 20:10 Uhr
StörnsteinOberpfalz

Energiegenossenschaft Zeno zahlt in schwierigem Umfeld Dividende aus 2,2 Prozent Optimismus

Immerhin: Die Bürger-Energiegenossenschaft Zeno schüttet für das Geschäftsjahr 2,2 Prozent Dividende aus. Aktuell machen 231 Mitglieder mit 1802 Geschäftsanteilen mit. Das entspricht 901 000 Euro. Die Gewinn- und Verlustrechnung zur Bilanz 2016 weist ein Plus von etwas mehr als 19 000 Euro auf. Vorstand und Aufsichtsrat empfahlen deswegen den 2,2-Prozent-Anteil. Dagegen hatte in der Mitgliederversammlung in der Störnsteiner Mehrzweckhalle niemand etwas einzuwenden.

Der Störnsteiner Bürgermeister Markus Ludwig (stehend) gratulierte den Verantwortlichen der Zeno-Genossenschaft zu einer imponierenden Entwicklung. Von links: Waltraud Benner-Post, Günter Stich, Boris Damzog, Reiner Gayer, Thomas Meiler. Bild: nm
von Bernhard NeumannProfil

Schulden hat die Genossenschaft keine. Und das ist fast schon ein kleines Luxusproblem. Die "Zukunfts-Energie-Nordoberpfalz" (Zeno) befinde sich nach wie vor auf Wachstumskurs, betonte Vorstand Boris Damzog: "Mit Beteiligungen an Solarparks in Tännesberg und in Hütten gestalten wir die Zukunft mit und reden nicht nur darüber."

Aufsichtsratsvorsitzender Günter Stich forderte ein wenig Geduld: "Geben Sie uns noch ein paar Tage Zeit. Vielleicht können wir dann schon Details zu künftigen Investitionen bekanntgeben." Bei einem positiven Ausgang aktueller Initiativen eröffne sich auch wieder in größerem Stil die Möglichkeit, bei der Genossenschaft einzusteigen. Damzog legte den Finger in die durch politische Vorgaben geschlagenen Wunden: "Mit der Ausschreibungspflicht für Anlagen über 750 kW werden Energiegenossenschaften systematisch ausgebremst. Es ist nicht in Ordnung, mit großen Versorgern gleichgestellt zu werden." Damzog forderte einen Masterplan für die Energiewende. Unabdingbar dabei seien Bürgerbeteiligung, Transparenz und Dezentralität.

Die Energiewende umzusetzen, sollte generell nicht auf die lange Bank geschoben werden: "Wenn wir gemeinsam anfangen, können wir das ehrgeizige Ziel einer klimaneutralen Region erreichen." Ein hoher Stellenwert komme der intelligenten Steuerung im Netzbetrieb zu. Die Zeno sei sich solcher Aspekte bewusst und wolle entsprechende Entwicklungen mit vorantreiben.

Um Windkraft ging es bei der Aussprache. Stich dämpfte Hoffnungen: "In Bayern liegt die Messlatte hoch. Wir hätten gerne ein Windrad bei uns und behalten das auch im Hinterkopf. Illusionen dürfen wir uns aber nicht hingeben." Ein Kompliment hatte der Störnsteiner Bürgermeister und Hausherr Markus Ludwig mitgebracht: "Die Zeno imponiert mit einer tollen Entwicklung. Gleichzeitig stellt sie unter Beweis, wie wichtig es ist, dass es kleine und regionale Einheiten gibt."

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