22.12.2005 - 00:00 Uhr
StullnOberpfalz

Adventssingen in der Sankt-Barbara-Kirche zieht viele Besucher an - Anspruchsvolles Programm Ruhige Töne zur Fest-Einstimmung

"In Stille und Besinnung tritt Gott bei uns ein, nehmen wir sein Kommen wahr und sein Klopfen an der Tür unseres Herzens überhören wir nicht", brachte BGR Andreas Ullrich als zentrale Aussage in seiner Begrüßung zum Adventssingen zum Ausdruck. Die zahlreichen Gläubigen erlebten in der Sankt-Barbara-Kirche fern aller Hektik und Geschäftigkeit durch ein anspruchsvolles Programm eine ergreifende Hinführung auf das Weihnachtsfest.

von Herbert RohrwildProfil

Mit dem Präludium in G- Dur von Johann Sebastian Bach eröffnete Regina Spichtinger auf der Orgel fließend und dynamisch das Programm. Die Kindergedichte - vorgetragen von Markus Kleierl und Anna Pröls -"Wenn's Weihnachten wird" und "Auf Weihnachten zua" kündeten von der Vorfreude des nahenden Festes. Die Mädchen und Buben des Kinderchores unter Leitung von Sieglinde Schottenheim sangen sich mit ihren beiden Liedern "Das Licht einer Kerze" und "Mach dich auf" in die Herzen ihrer Zuhörer.

Das Geigen- (Andrea Prokisch) und Gitarrenspiel (Michael Prokisch) harmonisierte bei dem langsamen deutschen Tanz "Allemanda Largo" von Georg Philipp Telemann wohltuend und der innige Vortrag des Duos ließ die Stille einfühlsam verspüren. Auch die weiteren Instrumentalstücke aus dem 16. bis 19. Jahrhundert - die Aria aus einem obersteirischen Flötenbuch, ein Menuett von Georg Friedrich Händel und eine irische Weise - als Trio, komplementiert mit Maria Klar auf der Flöte, ließen Harmonie und Wohlklang empfinden, als seien Spieler und Instrumente eine Einheit.

Sprecher Hans Klar erinnerte an vorweihnachtliches Brauchtum: In den "Raunächten" - im Volksglauben die zwölf Nächte zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar - wurden von den Vorfahren Haus und Stall gegen bösartige Einwirkungen von Hexen oder Druden ausgeräuchert. Am Vorabend des Thomasfestes (21. Dezember) trieb der "Thammer mit dem Hammer" als Furcht erregende Schreckgestalt sein Unwesen. In der "Thomasnacht" erträumten die Mädchen ihren zukünftigen Mann.

Oberpfälzisches Liedgut

Die Stullner Sänger unter der Leitung von Rektor Heinz Prokisch a. D. entfachten mit ihrem oberpfälzischen, vorweihnachtlichen Liedgut - zum Beispiel mit "Als Maria übers Gebirge ging" und "Da Weihnachtsschnäi" - Wärme, Innigkeit und Ergriffenheit. Ihr Gesang kommt vom Herzen und geht zu Herzen. Die 13 Bläser der evangelischen Posaunenchores aus Schwarzenfeld unter der Leitung von Musiklehrer Erwin Oppelt füllten mit ihren Klängen freudig und erfrischend den Raum.

Große Bereicherung

Auch die Gläubigen wurden in ihrer Begleitung mit den Liedern "Wir sagen euch an den lieben Advent", "Macht hoch die Tür", "Zu Bethlehem geboren" in das Adventssingen eingebunden. Die Integration des Posaunenchores in die vorweihnachtliche Veranstaltung in Stulln ist eine große Bereicherung. Der Chor - dirigiert von Heinz Prokisch - übernahm einen tragenden Anteil bei der Programmgestaltung, offerierte sich bei allen Darbietungen als fein abgestimmter Klangkörper und zeigte mit dem Schlusslied "Stille Nacht" sein Können.

In einer ökonomisch ausgerichteten Welt, in der die Werbung alles übertöne, habe dieses Adventssingen eine besondere Einstimmung auf das nahe Weihnachtsfest bereitet, stellte Pfarrgemeinderatsvorsitzender Josef Braun heraus. Er bedankte sich bei allen Mitwirkenden und sprach Heinz Prokisch Lob und Anerkennung für die Vorbereitung und die Programmausgestaltung des "Stullner Adventssingens" aus. Ein kräftiger Applaus erklang als Dankeschön.

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