07.12.2005 - 00:00 Uhr
StullnOberpfalz

Barbarafest von Pfarrgemeinde und Bergknappenverein - Mitglieder geehrt Mit "Grubenwasser" angestoßen

Pfarrgemeinde und Bergknappenverein feierten Samstagabend gemeinsam das Patrozinium - das Fest der Schutzherrschaft der hl. Barbara über die Pfarrkirche Stulln und der Heiligen als Schutzpatronin der Bergleute.

von Herbert RohrwildProfil

In Musikbegleitung zogen die Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine und des Nachbarvereins "Marienschacht/Wölsendorf" in die Barbara-Kirche in Stulln ein. Musikalisch wurde der Festgottesdienst von der Schwarzenfelder Blaskapelle gestaltet. BGR Andreas Ullrich charakterisierte in seiner Predigt die heilige Barbara als Christin, die in ihrem Leben das Evangelium verwirklicht habe.

Keine Prozession

Nach Abschluss der kirchlichen Feier - die Lichterprozession musste wegen der schlechten Witterungsverhältnisse entfallen - schritten die Bergleute der beiden Bergknappenvereine im Bergkittel und Schachthut mit Federbuschen zu Marschmusikklängen zum Vereinslokal.

Bergknappenvereinsvorsitzender Wilhelm Hauser, Bürgermeister Hans Prechtl und kaufmännischer Leiter der Fluorchemie Herbert Zweck überreichten für 50-jährige Vereinstreue an Max Auer und Josef Raith und für 25-jährige Mitgliedschaft an Reinhold Karl, Martin Kiener, Josef Lorenz jun. und Johann Stöckl Urkunden und Anstecknadeln. In der Jahreshauptversammlung wurden durch einstimmigen Beschluss Xaver Dirrgl und Josef Raith zu Ehrenvorständen ernannt. Nun ist ihnen die Urkunde ausgehändigt worden. Bürgermeister Hans Prechtl stellte in seinem Grußwort die sehr enge Verbundenheit des Bergknappenvereins mit der Geschichte der Gemeinde Stulln heraus und freute sich, dass der Verein die Barbarafeier traditionsbewusst fortsetze. Die Unterstützung des Vereins zur Bewältigung der umfangreichen Arbeiten zum 25-jährigen Bestehen des Besucherbergwerks "Reichhart-Schacht" und der tatkräftigen Mithilfe bei der Umsetzung des Förderturms hob Prechtl besonders hervor.

Durch harte Arbeit

Am 27. Mai 1987 wurde die Grube Hermine als letzte im Revier Stulln/ Schwarzenfeld/Wölsendorf geschlossen. "Aus einer von Bergbau und Landwirtschaft geprägten Gemeinde wurde eine moderne Wohn- und Industriegemeinde", so der Bürgermeister und überreichte an den Knappenverein eine Spende.

Stellvertretende Landrätin Marianne Schieder hob in ihrem Grußwort die durch harte Arbeit gewachsene Kameradschaftspflege der Bergleute hervor und appellierte, die Bergmannstradition Schülern und Jugendlichen zur Aufrechterhaltung näher zu bringen. Eine Geldspende, versprach Schieder, werde nachgereicht.

Zu fortgeschrittener Stunde stand gegen Ende der Barbarafeier der "Mitternachtsschrei" auf dem Programm. Herbert Zweck verlas in Gedichtform einen Text zur Trinkkultur der Bergleute - "Gedenken an die Alten, die diesen Kult erfunden", lautete eine Textzeile - und Bergleute sowie Gäste gruppierten sich um einen Wagen mit "Grubenwasser", die Gläser wurden gefüllt - und mit kräftiger Stimme erklang das Bergmannslied "Glück auf, Glück auf! Der Steiger kommt."

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