24.12.2005 - 00:00 Uhr
StullnOberpfalz

Mettenschicht auf der 30-Meter-Sohle des "Gottes-Segen-Schachtes" Besinnliche Texte in der Tiefe

Im Jubiläumsjahr zum 25-jährigen Bestehen des Besucherbergwerkes "Reichart-Schacht" erlebten die Besucher auf der 30-Meter-Sohle des "Gottes-Segen-Schachtes" vor der Barbara-Grotte in Abgeschlossenheit und Geborgenheit eine ergreifende "Mettenschicht".

von Herbert RohrwildProfil

Die Besucher der "Mettenschicht" betraten durch den Eingang zum "Gottes-Segen-Stollen" das Besucherbergwerk. In der Brotzeitkaue begrüßte Vorsitzender Wilhelm Hauser BGR Jakob Dötsch, den Schwarzenfelder Bürgermeister Manfred Rodde, den ehemaligen leitenden Bergamtsdirektor Jürgen Moll, Klaus Appel von der früheren VAW und Alois Reichstaler, Geschäftsführer einer Schwandorfer Brauerei sowie Vertreter der Knappenvereine aus Wackersdorf und Wölsendorf. Anschließend stiegen die Besucher bei schummeriger Beleuchtung die 110 Metallstufen in die Tiefe zur Mettenschicht. Die enge Spalte durch die wuchtigen Felsformationen haben die Bergleute der Region vor Jahren beim Abbau von Flussspat geschlagen. Die Bergleute und Besucher drängten sich um einen mächtigen, tischhohen Granitblock in der Mitte des Platzes. Der Kerzenschein des Christbaumes in einer erhöhten Nische und die vielen Lichter verliehen dem Raum eine geheimnisvolle Atmosphäre.

Gelegentliche Lampenblitze ließen den Flussspat kurz in den Farben honiggelb, schwarz und grünlich aufleuchten. In der Stille und Geborgenheit gedachte der Vorsitzende der im Oktober verstorbenen Mathilde Reichhart, würdigte ihre menschliche Größe sowie ihre Verdienste um das Bergwerksmuseum und befestigte zur Erinnerung ihr Bild neben der Barbara-Grotte. Marianne Kestel las besinnliche Texte zur Weihnachtszeit. Mit dem Mundartgedicht "Af Weihnachten zua" - vorgetragen von Hans Kulzer - erinnerte vor allem die Zeile "Helfen ohne großes Getua" an das Einstehen für den Nächsten. Ehrenvorsitzender Xaver Dirrigl sang sich mit dem alten mehrstrophigen Bergmannslied "Der Bergmann im dunklen Gewande" in die Herzen der Zuhörer und der Refrain "Wenn der Bergmann nicht wär", brachte die Bedeutung der Bergleute in der Grube für Wirtschaft und Gesellschaft anschaulich zum Ausdruck - und spontaner Applaus für den innigen Vortrag unterbrach die Stille.

BGR Jakob Dötsch stellte in kurzen Worten die heilige Barbara als Schutzpatronin der Bergleute heraus und erteilte anschließend den kirchlichen Segen. Die Klänge der Blasinstrumente der Musikgruppe Beppi Wagner aus Tschechien zur Melodie des Traditionsliedes "Glück auf, Glück auf! Der Steiger kommt." füllten beeindruckend den "Felsendom" - und noch eingefangen und ergriffen von der feierlichen "Mettenschicht" stiegen die Besucher über die steilen Treppen zurück zur Brotzeitkaue.

Dort erwartete sie ein kräftiges Essen und zu bekannten Melodien der Musiker aus Tschechien erlebten sie ein paar vergnügliche Stunden - so wie die Bergleute nach ihrer Arbeit auch fest gefeiert haben.

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