28.03.2006 - 00:00 Uhr
StullnOberpfalz

Ratschläge für Senioren von Petra Dieterich vom Auto-Club-Europa Selbstkritisch im Straßenverkehr

von Herbert RohrwildProfil

"Sind Senioren ein Risiko im Straßenverkehr?" warf Petra Dieterich, Referentin für den Auto-Club-Europa (ACE), als provokante Frage für die Teilnehmer im Gasthaus Klarner in Stulln auf. Die Referentin plädierte nicht für einen Fahreignungstest bei älteren Autofahrern, sondern pochte vor allem an ihre Eigenverantwortung.

Die meisten Senioren im Straßenverkehr seien vorbildlich, nähmen Rücksicht und hätten weniger Alkoholdelikte, sagte Petra Dieterich. Schwierigkeiten treten hingegen bei komplizierten Vorfahrtsregelungen auf; Wahrnehmungsprobleme, Konzentrationsschwäche und ein Nachlassen der Reaktionsfähigkeit und der Belastbarkeit zeichnen sich ab. Bei den Augen - als die wichtigste Informationsquelle - schwinde die Sehstärke schleichend und verenge allmählich das Gesichtsfeld. Die Wirkung der Einnahme von Medikamenten müsse besonders beachtet werden, so die Referentin.

Von größter Wichtigkeit sei das Erkennen der Beeinträchtigungen und der damit verbundenen Gefahren, sowie die eigenverantwortliche Selbstvorsorge. "Jeder ältere Autofahrer sollte seine eigenen Schwächen erkennen und einsehen sowie seine körperliche und geistige Fahrtüchtigkeit selbstkritisch prüfen und bei Zweifeln auf die Fahrt verzichten," forderte Petra Dieterich. Auch eine medizinisch-psychologische Prüfung (MPU) sei möglich.

Auf äußere Fahrvoraussetzungen sei zu achten: Vertraut machen mit der Technik, Scheiben mit klarer Sicht, richtige Einstellung des Sitzes und der Kopfstütze, den Gurt anlegen. "Zum Beispiel können sich dicke Jacken im Winter bei unzureichender Gurtstraffung negativ auf dessen Wirkkraft auswirken." Überdies müssten die Neuerungen der Straßenverkehrsordnung ins Verkehrsverhalten integriert werden.

Wie die Referentin erklärte seien Senioren an Unfällen weniger beteiligt, erlitten aber die schwereren Verletzungen, davon enden 21 Prozent tödlich. "Ältere Menschen tragen ein höheres Risiko." Vorfahrtsfehler (23 Prozent) bedingen bei den Senioren die meisten Unfälle.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.