Ortsteile Brensdorf und Grafenricht betroffen
Schutz vor Hochwasser

Zu möglichen Hochwasserschutzmaßnahmen standen Andreas Ettl, Marcel- Oliver Kroll (beide WWA Weiden), Ralf Deutschmann (Ingenieurgesellschaft Kubens) und Bürgermeister Hans Prechtl (von links) Rede und Antwort.
Politik
Stulln
13.09.2017
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Die Teilnehmer der Veranstaltung zum Naabtalplan erhielten im Bodensteinersaal Informationen aus erster Hand. Bilder: ohr (2)

Betroffene Bürger frühzeitig über die möglichen Hochwasserschutzmaßnahmen zu informieren, nimmt beim Naabtalplan höchste Priorität ein. Die Ortsteile Brensdorf und Grafenricht der Gemeinde Stulln sind bei einem hundertjährigen Hochwasser durch Überschwemmungen extrem tangiert.

"Der Zeitpunkt ist richtig gewählt. Es besteht keine fertigte Planung", stellte Bürgermeister Hans Prechtl bei der gut besuchten Ortsteilversammlung im Bodensteinersaal im Beisein der zuständigen Fachreferenten und des Gemeinderats klar heraus.

Hab und Gut schützen

Die Zusammenkunft dient der Information und gibt den Teilnehmer Gelegenheit, selbst das Wort zu ergreifen. Der Naabtalplan wurde bereits in der Bürgerversammlung am 25. April angesprochen, in der Gemeinderatssitzung am 16. Mai behandelt und die Auftaktveranstaltung mit Staatsministerin Ulrike Scharf am 4. April in Schwandorf fand in der Presse ein starkes Echo. Viele Anwesende haben schon Erfahrungen mit dem Hochwasser gemacht.

Geld und Arbeiten

Das nächste schlimme Hochwasser komme bestimmt: Ob heuer oder in 50 Jahren, wisse niemand. Die heutige Vorstellung sei ein Angebot, Hab und Gut der Bürger mit technischen Möglichkeiten zum Nulltarif zu schützen. Der Dialog ist ergebnisoffen und der Gemeinderat beschloss bis jetzt den Planungsauftrag.

Mit dem Finanzvolumen von 1,8 Milliarden Euro bis Juni 2013 sicherte der Bayerische Staat auf der Basis seiner Hochwasserstrategie bis Juni 2013 unter anderem 300 Kilometer sanierte Hochwasserschutzanlagen und schützt 450 000 Einwohner, erklärte Bauoberrat Andreas Ettl, Wasserwirtschaftsamt (WWA) Weiden. Laut Beschluss der Staatsregierung werden ab diesem Zeitpunkt jährlich 150 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Die Kosten tragen der Freistaat Bayern und die Kommunen mit einem Beteiligtenbeitrag von 35 Prozent, abgegolten als unbare Leistungen durch Unterhaltungsmaßnahmen wie Mahd der Deiche und Betrieb der Schöpfwerke.

Varianten zur Umsetzung

Die Vergabe der Objektplanung durch das WWA an das Ingenieurbüro Kubens, so Ettl in seinen weiteren Ausführungen, ist bereits für beide Vorgaben erfolgt. Basierend auf den vom WWA zur Verfügung gestellten Grundlagendaten und den hydraulischen Berechnungen der Naab und des Hüttenbaches erstellt das Ingenieurbüro mehrere mögliche Varianten zur Umsetzung des Hochwasserschutzes in beiden Ortsteilen. Die Planungskosten belaufen sich je Ortsteil auf circa 140 000 Euro und die Gemeinde Stulln trägt jeweils 35 Prozent. Mit einer Powerpointpräsentation erläuterte der Vertreter der Ingenieurgesellschaft Kubens, Ralf Deutschmann, für Bensdorf die vorgeschlagene Schutzlinie im Anschluss an den Entwässerungsgraben und zeigte mögliche Schutzmaßnahmen auf: Eine Mauer circa 140 bis 160 Zentimeter über dem Straßenniveau. Ein Deich in ähnlicher Höhe mit einer Kronenbreite von drei Metern und beispielhaft die Position eines Schöpfwerkes für die Binnenentwässerung.

In Grafenricht ist an eine Erhöhung der Straße nach Säulnhof ab Abzweigung in Richtung Schanderlhof und an eine Auffüllung bis zur nördlichen Dorfabrundung gedacht. Die Bebauung östlich der Staatsstraße soll ein Damm mit Durchfahrt aus mobilen Elementen schützen. und ein Schöpfwerk mit Verschluss ist vorgesehen. "Angestrebt ist eine Optimierung der Lösung unter Rücksichtnahme der Interessen der Bürger und Behörden", schloss Deutschmann seine detaillierten Darlegungen.
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