05.12.2017 - 20:00 Uhr
StullnOberpfalz

Bergknappenverein Stulln/Schwarzenfeld mit Grung zum Feiern Lebendige Bergmanns-Tradition

Neben der Barbarafeier ist in diesem Jahr auch der 65. "Geburtstag": Die Mitglieder des Bergknappenvereins Stulln/Schwarzenfeld haben also Grund zum Feiern - aber nicht nur deswegen, wie aus dem Rückblick des Vorsitzenden hervorgeht.

Landesvorstand Armin Kraus, Bürgermeister Manfred Rodde, Stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl, Bürgermeister Hans Prechtl (von links) und Vorsitzender Jürgen Ferschl (rechts) zeichneten Adolf Koch (vorne) für 50-jährige Zugehörigkeit zum Bergknappenverein Stulln/Schwarzenfeld mit Urkunde und Nadel aus.
von Herbert RohrwildProfil

Stulln/Schwarzenfeld. Pfarrer Heinrich Rosner zelebrierte in der St.-Barbara-Kirche den Festgottesdienst, der musikalisch von der Knappenkapelle begleitet wurde. "Als Christ ist es wichtig, wachsam zu sein", legte der Geistliche den Kirchenbesuchern ans Herz. Nach der kirchlichen Feier formierten sich die Mitglieder des Bergknappenvereins und zogen unter der Leitung von Gerhard Strupf zum Gasthaus Bodensteiner. Der Vorsitzende der Bergknappen, Jürgen Ferschl, hieß dort die zahlreichen Gäste - unter ihnen war auch Ehrenbürger Hagen Lehnerdt mit Gattin - willkommen.

In seiner Rückblende auf die vergangenen fünf Jahre seit den Feierlichkeiten zum 60-jährigen Bestehen blickte Ferschl auf herausragende Höhepunkte zurück. Er nannte unter anderem den Festakt mit Staatsministerin Emilia Müller, die Fahrt zum Bayerischen Knappentag nach Kropfmühl, die Teilnahme an der Knappenwallfahrt nach Altötting, die Einbindung des Bayerischen Knappentages in die 1000-Jahr-Feier des Marktes Schwarzenfeld, den Besuch des Europäischen Knappentages in Pribram sowie die Erinnerung an die Grubenschließung mit der Errichtung des stählernen Kreuzes als Gedenkstätte auf dem Gelände der ehemaligen Grube Hermine.

Im Ausblick auf das kommende Jahr verwies der Vorsitzende auf die Restaurierung der Grubenlok vor dem Gemeindezentrum und die dreitägige Fahrt zum Deutschen Bergmannstag nach Essen und Bochum. Der Bergknappenverein beteilige sich aktiv am Gemeindeleben in Stulln und Schwarzenfeld und sei bei regionalen und überregionalen Treffen präsent, betonte der Sprecher.

147 Mitglieder

Im Berichtszeitraum blieb der Mitgliederstand nach 24 Sterbefällen, 2 Austritten, einem Ausschluss und 27 Neuaufnahmen konstant bei 147 Personen. Das Durchschnittsalter im Vorstand habe sich von 66 auf 53 Jahre gesenkt. "Der Umbruch vollzog sich reibungslos, und der Verein steht zum 65. Geburtstag gut da", freute sich der Vorsitzende zum Abschluss seines Rückblickes. Stellvertretend dankte er Wilhelm Hauser, Marie-Luise Holdt und Hermann Neidl sowie allen Aktiven und den Kittelträgern, die den Verein immer wieder positiv vertreten.

Stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl bedankte sich für die Pflege und Erhaltung bergmännischer Tradition und Tugenden wie Vertrauen und Kameradschaft. Der Stullner Bürgermeister Hans Prechtl gratulierte im Namen der Gemeinde zum 65. Geburtstag und blickte auf das Jahr 1952 zurück. Die beiden fusionierten Bergknappenvereine Stulln/Schwarzenfeld wurden im gleichen Jahr gegründet und können als Gleichaltrige den halbrunden Geburtstag feiern. "Der Bergknappenverein ist sehr aktiv, derzeit gut aufgestellt und prägend in der Gemeinde", hob Prechtl hervor.

"Kritischer Rohstoff"

Die Traditionspflege diene auch dem Austausch von Erinnerungen, merkte das Schwarzenfelder Marktoberhaupt Manfred Rodde an. Besonders freue ihm, dass neue Leute ohne Berufsbezug für den Bergknappenverein gewonnen werden. Diese Entwicklung lasse hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. "Seid weiterhin aktiv, macht weiter so und gebt die Tradition weiter", lautete der Appell des Landesvorsitzenden Armin Kraus. "Der Flussspat ist ein kritischer Rohstoff", betonte der Geschäftsführer der Fluorchemie Stulln, Herbert Zweck. China beliefere derzeit nicht den Weltmarkt, der Preis klettere. Die Bürgermeister Hans Prechtl und Manfred Rodde sowie Geschäftsführer Zweck überreichten Geldgeschenke.

Mitglieder geehrt

Vorsitzender Jürgen Ferschl, Landesvorstand Armin Kraus, stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl sowie die Bürgermeister Hans Prechtl und Manfred Rodde zeichneten Mitglieder für lange Vereinstreue aus. Für 25 Jahre wurde Mauritius Birk geehrt. 50 Jahre sind Hans Winter und Adolf Koch dabei. (ohr)

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