10.12.2017 - 20:00 Uhr
StullnOberpfalz

Bürgerforum für Mobilitätskonzept Ideen für den Nahverkehr

Das Mobilitätskonzept für den Landkreis Schwandorf nimmt eine weitere Hürde: Der Rücklauf aus der Haushaltsbefragung ist ausgewertet. Jetzt liegt der Schwerpunkt auf konkreten Planungen.

Das Mobilitätskonzept für den Landkreis Schwandorf geht in die zweite Runde. Referent Ludger Jürgens (rechts) stellte im Stullner Rathaus die Ergebnisse der Haushaltsbefragung vor und ging auf den aktuellen Arbeitsstand künftiger Sektoren für den Bedarfsverkehr ein. Bild: ohr
von Herbert RohrwildProfil

Die Bürger sind erneut aufgerufen, sich bei insgesamt vier "Mobilitätsforen" in den Prozess einzubringen. Im Sitzungssaal der Gemeinde Stulln hieß Hausherr Bürgermeister Hans Prechtl die Amtskollegen Konrad Kiener (Wernberg-Köblitz), Martin Schwandner (Trausnitz), Christian Ziegler (Fensterbach), Josef Deichl (Schmidgaden) und Hans Gradl (Schwarzach) sowie Seniorenbeauftragten Helmut Kramer und einige Bürgerinnen willkommen. Vor allem die ältere Generation sei angesprochen, betonte Prechtl. Die mittlere und jüngere Altersgruppe setze sich ins Auto und sei mobil. Das Heimatministerium fördert das Projekt mit 80 Prozent, ergänzte Verena Frauenknecht, Regionalmanagerin beim Landratsamt Schwandorf. Sie bat darum, noch Anregungen einzubringen: "Das Ergebnis ist noch nicht in Stein gemeißelt".

Der Regensburger Verkehrsverbund (RVV) habe das Liniennetz zu rund 90 Prozent auf die Schülerbeförderung ausgerichtet, stellte Ludger Jürgens, zuständig für Verkehrsplanung und innovative Verkehrskonzepte von DB Regio Bus, Region Bayern, eingangs fest. Nun geht es darum, die aus der Umfrage erfassten räumlichen und zeitlichen Defizite zu verbessern. Die Lösung liegt in einem bedarfsorientierten Angebot. Das heißt: Der Benutzer muss aktiv werden und mindestens eine Stunde vor Fahrtbeginn mit einer zentralen Telefonnummer seine Haltestelle buchen und das Ziel angeben. Abfahrts- und Ankunftszeit werden mitgeteilt. Kurzfristige Änderungen erfährt der Fahrgast rechtzeitig per SMS, E-Mail oder Telefon.

Vier Arbeitspakete

Das Projekt gliedert sich in vier Arbeitspakete: Bestandsaufnahme und Analyse des Nahverkehrs sowie der Landkreisstruktur, Erhebung der Mobilitätsbedürfnisse in den Teilräumen, Planung und Erarbeitung eines Mobilitätskonzeptes sowie Empfehlungen für die Umsetzungsphase. Der Rücklauf von rund 900 Fragebögen entspricht einer Quote von etwa acht Prozent. Dieser Anteil ist laut Jürgens ausreichend, um die räumlichen und zeitlichen Bedingungen in den einzelnen Sektoren zu erfassen. Das Kontingent reiche als Grundlage zur Gestaltung möglichst transparenter, intelligenter Systeme. Die Feinabstimmung wird bis Februar kommenden Jahres abgeschlossen sein. Der Kreistag entscheidet dann über die Vorschläge. Das Mobilitätskonzept ist eine Ergänzung zu den bestehenden Linien des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV).

Der Landkreis ist in zwölf Sektoren eingeteilt. Im Abschnitt 4 ist der Bedarfsverkehr zwischen den Gemeinden Stulln, Schmidgaden, Fensterbach und Schwarzenfeld mit Anbindung an den Bahnhof Schwarzenfeld erfasst. Bürgermeister Hans Prechtl regte eine Optimierung der Fahrstrecke zwischen Stulln und Nabburg an. Insgesamt sind in diesem Teilraum 48 Haltestellen berücksichtigt. Darunter sind im Bereich der Gemeinde Stulln Brensdorf, Geiselhof, Grafenricht, Säulnhof, Stulln/Am Beg, Stulln/Hauptstraße und Stulln/Vogelherd. In Schwarzenfeld sind vier Haltestellen vorgesehen: Bahnbrücke, Einkaufszentrum, Firma Axtmann und Hallenbad.

Bis Herbst 2018

In der anschließenden Aussprache wurden zahlreiche Themen angesprochen. Zur Sprache kamen zum Beispiel mögliche Berührungsängste älterer Menschen. Dabei wurde deutlich, dass das System eine gewisse Anlaufzeit brauche. Wenn die Bevölkerung damit aber vertraut geworden ist, wachse die Akzeptanz. Weitere Themen waren die Gestaltung des Fahrpreises oder die Einbeziehung junger Menschen für Discofahrten.

Die Fertigstellung des Mobilitätskonzeptes ist bis eventuell Herbst 2018 möglich. Es handelt sich dabei um ein zusätzliches Angebot. Das bestehende Bussystem wird davon nicht tangiert. Referent Ludger Jürgens bedankte sich abschließend für die gute Runde und sicherte zu, Anregungen zu berücksichtigen.

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