22.12.2017 - 20:00 Uhr
StullnOberpfalz

Strahlender Lichterzauber Weihnachtliche Wunderwelt

Es ist ein Traum, aber beileibe kein Traum. Das Weihnachts-Wunderland gibt es wirklich - in Grafenricht. Der Lichterzauber bringt nicht nur Kinderaugen zum Glänzen.

Christoph Bierner macht sich mit dem weihnachtlichen Garten selbst eine Freude und schaut nicht auf die Kosten.
von Irma Held Kontakt Profil

-Grafenricht. "Mir geht das Herz auf", sagt Christoph Bierner, der Initiator und Antreiber, der vor mehr als zehn Jahren mit der Dekoration angefangen hat. Seine Mutter Renate ergänzt: "Ich schaue oft nachts in unseren Garten und freue mich." Der Aufwand wird durchaus für das eigene Wohlbefinden betrieben. Die Dekoration ist mit den Jahren gewachsen, nicht nur in Christoph Bierners Garten, sondern in dem seiner Schwester Barbara nebenan und bei den Nachbarn Erich und Ulrike Schmidt. Sie alle investieren Zeit und Geld in ihr persönliches Wunderland. Eine Lichterkette spannt heuer eine weihnachtliche Brücke von den Bierners zu den Schmidts. Die Kosten sind dem 36-jährigen egal.

Der gelernte Schreiner, der im Nebenerwerb einen Handel mit Fußböden betreibt und Holztüren fertigt, zuckt nur mit den Schultern. "Es ist ein Hobby und das ist es uns wert." Lichterketten und Weihnachtsschmuck bestellt er im Internet. Er schaut auf die Qualität der Artikel. Warmes Licht und Atmosphäre sind ihm wichtig. Die bunt schrille, blinkende amerikanische Version deckt sich nicht mit seiner Vorstellung von Weihnachten. "Zwei volle Samstage sind wir zu dritt beschäftigt", nennt er eine Zeitangabe zum Dekorationsaufwand.

Mitschöpfer der Weihnachtswelt sind seine Mutter Renate und seine Frau Nina. Ein Baum ist heuer mit sieben Lichterketten und rund 2000 LED-Lichtern geschmückt. Seinem Geschmack nach ist die Märchenwelt nun ausgereizt. Allerdings wird sie von Bierner zusammen mit den Nachbarn nicht nur alle Jahre wieder, sondern auch anders erschaffen. Es wird etwas umgestellt. Die Krippe neu arrangiert. Weil es vergangenes Jahr Probleme mit der Stromversorgung gab, hat Bierner schon im Sommer an Weihnachten gedacht. Das heißt er investierte in ein 50 Meter Starkstromkabel, einen eigenen Sicherungskasten und eine neue Zeitschaltuhr. Heuer macht die Beleuchtung keine Zicken, dafür ging es sich mit der Dorfweihnacht einfach nicht aus - vielleicht weil der Advent so kurz war.

Üblicherweise versammeln sich die Grafenrichter im Advent bei Glühwein und Essen in der Märchenwelt der Bierners. Jeder spendet etwas, so dass die Familie nicht draufzahlt. Nächstes Jahr ist die Weihnachtsfeier wieder fix, verspricht der 36-Jährige, denn sie fehlt ihm einfach. Auch an Silvester ist der beleuchtete Garten eine Anlaufstelle. "Weil wir das ganze Jahr über viel arbeiten, machen wir uns selbst eine Freude. Uns gefällt das." Sie beschenken sich mit der Beleuchtung, gewinnen Abstand vom Alltag, von Stress sowie Hektik und schaffen dabei gleichzeitig Lichtblicke für andere.

Mit Stolz erfüllt es den Weihnachtswelt-Erschaffer, wenn Autos langsamer fahren, Leute anhalten, schauen und staunen oder fotografieren. Ihm wurde von verschiedenen Seiten zugetragen, dass Passanten und Pendler schwärmen: "Wenn ich früh zur Arbeit durch Grafenricht fahre, fühle ich mich gleich besser."

Als die Fotos für diesen Artikel entstehen, hält ein Auto an. Eine vierköpfige Familie steigt aus. Den Kindern wurde es daheim zu langweilig, sie wollten an die frische Luft. Also machte sich die Familie auf nach Grafenricht. Nicht nur die Kinder blicken feierlich gestimmt und mit glänzenden Augen auf die Weihnachtswelt. Bis Heiligdreikönig ist das Wunderland noch geöffnet. Dann wird es eingepackt und wartet auf den ersten Advent 2018.

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