Flussspatgrube Hermine
Stilles Ende einer Bergbau-Ära

Das Bild vom "letzten Wagen" der Grube Hermine und die Stilllegung der Grube fand regional und auch überörtlich viel Beachtung. Bild: exb
Wirtschaft
Stulln
18.05.2017
266
0

Vor 30 Jahren - am 27. Mai 1987 - wurde die Grube Hermine bei Lissenthan als letzte Flussspatgrube wegen Erschöpfung der Lagerstätte stillgelegt. Der über 100-jährige, traditionsreiche Flussspat-Bergbau auf dem ehemals größten Flussspat- Revier in Deutschland ging zu Ende.

Mit einer Gedenkfeier erinnert der Bergknappenverein Stulln/Schwarzenfeld am Sonntag, 28. Mai, ab 10.30 Uhr auf dem Gelände der ehemaligen Schachtanlage "Grube Hermine" an diese Zeit und lädt zur Feier öffentlich ein.

Nach dem Einzug der Vereine um 10.45 Uhr findet ab 11 Uhr neben dem Festzelt eine Andacht mit Segnung der neu erstellten Gedenkstätte statt. Sie wurde genau auf dem Standort des ehemaligen Förderturms errichtet. Da die Gedenkstätte nicht öffentlich ist, kann sie nur an diesem Tag besichtigt werden.

Beim sich anschließenden Fest in gemütlicher Runde werden bei Getränken, Bratwurst und Steak sowie Kaffee und Kuchen die Gespräche an vergangene Zeiten erinnern. Bilder und Videos aus der aktiven Bergbauzeit ergänzen die Berichte. Die Gedenkfeier schließt um 17 Uhr.

Gut einen Kilometer südwestlich der Ortschaft Lissenthan gelegen baute die Grube Hermine bis in 270 Meter Tiefe Gänge im westlichen Teil des Reviers. Die Hermine, in der heutigen Form 1942 errichtet, war mit am längsten in Betrieb (bis 1987). Im September 1976 wurde ein neuer Förderturm (der heute noch steht) in Betrieb genommen. Den "neuen" Förderturm hatte man von der geschlossenen Grube Roland geholt.

Erschöpfung der Vorräte machen 1978 eine weitere Schacht-Vertiefung auf 270 Meter notwendig. Auf unterem Niveau nimmt die Qualität und Mächtigkeit der Gänge deutlich ab. Damit war zwar die Grube Hermine das tiefste betriebene Bergwerk in Bayern, dennoch sank die Förderleistung auf unter 100 000 Tonnen pro Jahr. Ab 1981 war dann die Hermine (mengenmäßig unbedeutend auch noch Helene) die einzige produzierende Flussspatgrube im Wölsendorfer Revier.

Am 27. Mai 1987 wurde die Grube, die 1986 nur noch 24 000 Tonnen Förderleistung hatte, wegen Erschöpfung der Lagerstätte stillgelegt. Zuletzt waren 28 Personen auf der Grube Hermine tätig. Mit der Stilllegung (gleichzeitig auch der unbedeutenderen Grube Helene) erlosch der Bergbau im Wölsendorfer Revier gänzlich. Die letzte Betreiberfirma "Vereinigte Flussspatwerke Stulln GmbH" wurde 1993/94 liquidiert.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.