24.04.2018 - 11:36 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

380 Jugendliche beim Georgswettkampf Auf St. Georgs Pfaden

"Gut Pfad" und "Allzeit Bereit" waren vielgehörte Grußwörter am Sulzbacher Annaberg. 38 Gruppen mit 380 Teilnehmern aus dem ganzen Landkreis trafen beim Georgswettkampf der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg zusammen und verwandelten den Wallfahrtsberg in eine Arena.

von Tobias GräfProfil

Der Georgswettkampf ist eine feste Größe im Terminkalender eines DPSG-Pfadfinders: Einmal pro Jahr ziehen die Jugendleiter anlässlich des Gedenktages des Schutzheiligen einen regionalen Wettkampf auf, zu dem alle Pfadfinderstämme des jeweiligen Bezirks eingeladen sind. Dabei kommen Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 21 Jahren sowie erwachsene Leiter zusammen und beweisen ihre Fertigkeiten in unterschiedlichen Disziplinen: Von Pfadfinderklassikern wie Orientieren in der Natur, Feuermachen mit wenigen Hilfsmitteln und dem Aufbauen von Zelten innerhalb einer bestimmten Zeitvorgabe bis hin zu Sport- und Wissensaufgaben ist alles geboten.

Im Vordergrund stehen dabei natürlich Spaß und Abenteuer. Aber ohne Teamwork, Zusammenhalt und Vorbereitung sind die Aussichten auf den Siegerpokal schlecht. Denn die Gruppen schenken sich gegenseitig nichts und versuchen bei jeder Station die maximale Punktzahl zu ergattern. Natürlich spielt auch das "bewusste Auftreten in der Öffentlichkeit mit Klufthemd und Halstuch eine große Rolle", wie der Sulzbach-Rosenberger Stammesvorstand Pascal Platzer erklärt. "Wir tragen damit den Pfadfindergedanken in die Welt hinaus und wollen uns offen zeigen". Co-Vorstand Andreas Stümpfl freute sich, dass neben den DPSG-Stämmen auch die Partnerverbände Bund Deutscher Pfadfinder (BDP) Stamm Graf Gebhard und die PSG Amberg (Pfadfinderinnen St. Georg) als Gäste an dem Wettkampf teilnahmen.

17 Kilometer Wegstrecke

Weil dieses Jahr die Herzogstädter mit dem Ausrichten des Events an der Reihe waren, führten die von der Sulzbach-Rosenberger Leiterrunde ausgewählten Schleifen rund um den Annaberg. Die 38 Gruppen waren ab 8 Uhr auf vier Strecken unterwegs, die mit Holzschildern und Spraypfeilen am Boden ausgeschildert waren. Die Route führte dabei unter anderem auf den Galgenberg, nach Gallmünz und Lobenhof oder über den Waldfriedhof bis hin zum Waldbad und durch die Wohngebiete am Annaberg-Südhang zurück auf die Freifläche vor der Wallfahrtskirche. Alles zusammen waren so 16 Stationen auf einer Wegstrecke von insgesamt 17 Kilometern zu absolvieren.

Ensdorf ist Gesamtsieger

Doch dass ein Georgswettkampf anstrengend ist und deshalb das leibliche Wohl keineswegs vernachlässigt werden darf, war den Sulzbachern bewusst. Sie engagierten deshalb das Küchenteam der Gemeinschaft St. Georg - die Sulzbacher Altpfadfinder. Die acht Mann um Gerd Geismann, Stefan Wiesneth und Peter Zimmermann kochten in einer großen Jurte direkt am Annaberg und verköstigten mit circa 400 Portionen alle Wettkampfteilnehmer. Kochen in Kompaniestärke sind die GSG´ler sowieso gewöhnt. Zimmermann ist auch Leiter des jährlichen GSG-Vater-Kind-Lagers, das regelmäßig mit bester Lagerküche von sich hören lässt. Auch am Annaberg litt die Klasse nicht unter der Masse. Die Fleischpflanzerl mit Kartoffelsalat waren laut Teilnehmer ein gustatorisches Erlebnis.

Die Stärkung war auch dringend nötig: Egal, ob beim Bierkastenklettern, Staffellauf, Baumstämme-Rollen, Bogenschießen oder den eher theoretischen Stationen, bei denen Kenntnisse in Geschichte und Politik abgefragt, der Umgang mit Karte und Kompass überprüft oder Songtexte erkannt werden mussten - Energie war immer nötig. Ein Höhepunkt war für viele Kinder sicher auch die Greifvögelstation, an der Claus Luber die Pfadfinder mit spannendem Wissen aus der Welt der Vögel konfrontierte. Die Tierauffangstation von Hans Weiß aus Kümmersbuch lieh mit Adlerbussard, Tibetischem Uhu, Wanderfalkenmischling, Rotschwanzbussard und Steinadler fünf prächtige Jäger der Lüfte aus, die allesamt nicht in Bayern heimisch sind. Ob sich die Anstrengung gelohnt hatte oder doch wieder die Konkurrenz aus dem Nachbarstamm besser war, wurde schließlich bei der Siegerehrung gegen 20 Uhr klar, als die Stammesvorstände Platzer und Stümpfl vor versammelter Runde die Punkte über Lautsprecher bekannt gaben. Von den teilnehmenden Stämmen Amberg, Ammersricht, Ensdorf, Poppenricht, Schnaittenbach und Sulzbach-Rosenberg erzielte in der Gesamtwertung der Stamm Ensdorf den 1. Platz, gefolgt von Schnaittenbach und Sulzbach-Rosenberg. In den einzelnen Altersstufen siegte Ensdorf mit den Wölflingen (sechs bis zehn Jahre) und den Leitern. In der Jupfi- (elf bis 13 Jahre) und Pfadfinderstufe (13 bis 16 Jahre) belegte Sulzbach den vorderen Rang. Schnaittenbach hingegen wurde Erster mit den Rovern (16 bis 21 Jahre).

Weil die DPSG zur katholischen Pfarrjugend gehört, ist auch der Gottesdienst fester Bestandteil eines Georgswettkampfs. Nachdem alle Gruppen die Routen erfolgreich absolviert hatten, versammelten sich die 380 Pfadfinder in der Wallfahrtskirche St. Anna. Kaplan Daniel Fenk leitete gemeinsam mit Gemeindereferentin Maria Witt den Wortgottesdienst. Der Kaplan zeigte sich hocherfreut über die vielen Kinder und Jugendlichen in der Kirche, die so "ein Zeichen der Gemeinschaft im Glauben geben". Fenk, der zugleich als Kurat Teil der Stammesleitung ist, organisierte außerdem während dem Wettkampf eine Religionsstation.

Am Ende des Tages übergab Platzer den Wanderpokal an den Stamm Schnaittenbach, der 2019 den Georgswettkampf ausrichten wird. Alle, die diesmal mit ihrem Ergebnis nicht zufrieden waren, haben dann eine neue Chance, wenn es wieder heißt "Gut Pfad" und "Allzeit bereit".

___

Weitere Fotos m Internet:

www.onetz.de/bildergalerie

Die vielen Kinder und Jugendlichen in der Kirche geben ein Zeichen der Gemeinschaft im Glauben.Kaplan Daniel Fenk über die mehreren Hundert Kinder und Jugendlichen im Abschlussgottesdienst

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.