Bockbierfest beim Bartl in Sulzbach-Rosenberg
Gehakelt und gefrotzelt

Aus der spitzen Feder von Karl-Heinz Neidl stammte wieder der bissige Vortrag, den die drei Kapellenbrüder beim Bockbierfest zum Besten gaben (von links): Gastgeber Martin Lotter bedankte sich bei den Solisten Wirt (Hans-Jürgen Reitzenstein), Pfarrer (Armin Kraus) und Lehrer (Anton Fenk) für einen gelungenen Auftritt.
Freizeit
Sulzbach-Rosenberg
13.03.2017
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In der achten Auflage des Fingerhakelwettbewerbs konnte sich Martin Luber (Zweiter von links) trotz gewaltiger Gegenwehr unter den gestrengen Schiedsrichteraugen von Organisator Thomas "Jimmy" Gebhardt (ganz links) nicht gegen den starken Finger von Bastian Fleischmann (rechts) behaupten. Bilder: fnk (2)
 
Bild 3: Organisator der Stadtmeisterschaft im Fingerhakeln (li.) Thomas Gebhardt mit den Teilnehmern und dem Veranstalter (re.)Martin Lotter beim Bockbierfest am Feuerhof. Jürgen Meier (4.P.), Bastian Fleischmann (1.P.) , Martin Luber (2.P.) und Dominik Doleschal 3.P.) freuten sich über leckere Präsente. (fnk)

Süffiges Bockbier, herzhafte Schmankerln, zünftige Musik und zynische Kapellenbrüder waren Garanten für gute Laune beim Bockbierfest im Gasthaus Zum Bartl am Feuerhof. Bastian Fleischmann qualifizierte sich dabei mit Kraft und Beharrlichkeit für das Finale im Fingerhakeln.

(fnk) Im vollbesetzten Lokal ging die Veranstaltung über die Bühne. Wirt Martin Lotter schenkte Sperber Stiber-Bock vom Fass und Sperber Weizenbock aus. Unter den Klängen des Bayerischen Defiliermarschs zogen nach dem Essen die Kapellenbrüder in den Saal: Pfarrer (Armin Kraus), Lehrer (Anton Fenk) und Wirt (Hans-Jürgen Reitzenstein) warteten mit Begebenheiten aus der großen Politik ebenso auf wie mit lokalen Geschichten. Nichts war ihnen heilig. So mancher Anwesende musste nicht unbedingt Lobendes ertragen. Auch im Stadtgeschehen wurden Missstände gefunden und aufgedeckt. Es ging vor allem darum, Kleine und Große aus der Herzogstadt daran zu erinnern, wo etwas im Argen liegt. Viele Lacher und entsprechend großer Applaus wurde dem Trio schließlich als Lohn zuteil. Bartl-Wirt Lotter bedankte sich bei den Kapellenbrüdern und hob besonders deren Schreiber Karl-Heinz Neidl hervor.

Nach kurzer Pause stand mit der Stadtmeisterschaft im Fingerhakeln der nächste Glanzpunkt an. Organisator Thomas "Jimmy" Gebhardt leitete den Wettbewerb. Auch wenn es immer schwieriger wird, Teilnehmer zu finden, standen erneut kräftige Kerle bereit. Es sind nur Sekunden die zwischen Sieg und Niederlage liegen, aber es ist wichtig beim Ziehen nicht loszulassen.

Dominik Doleschal setzte sich um den dritten Platz gegen Jürgen Meier durch. Im Finale freilich lieferten sich Bastian Fleischmann und Martin Luber ein Duell, das an Spannung nicht zu überbieten war. Am Ende zog Fleischmann mit seinem Sieg in die Endrunde auf Stadtebene ein.

Den ganzen Abend über sorgte die Erlboch Musi mit Bernhard Luber für zünftige Unterhaltung.

Auszüge von den KapellenbrüdernPfarrer : "In der Vorstandssitzung vom Siedlerverein gibt es regelmäßig stundenlange Diskussionen." - Wirt: "Amateure! Wir im Stadtrat täten da an Ausschuss gründen, da kannt der dann jahrelang debattieren." - Lehrer: "Des is mir scho klar, aber im Gegensatz zu unseren Stadträten liefern wir im Verein Ergebnisse und lassen uns net fürs Aufschieben der Probleme wählen." - Wirt: "Passt doch, dann braucht ma nimmer drüber reden, die Stadtratssitzungen werden kürzer und mir samma eher im Wirtshaus."

Pfarrer: "Einer am Altstadtfest hat ja total übertrieben, da kostet das Bier gleich 60 Cent mehr als nebendran." - Wirt: "Der mou doch an Vogel hom!" - Lehrer: "Einen? Auf jedem Bierkrug ist ein Vogel drauf - und zwar ein Raubvogel." - Pfarrer: "Der Bräu hat's erkannt! Die besten Zinsen gibt's nicht bei der Raiffeisenbank, sondern auf der Bierbank." - Wirt: "Und je größer die Ärsche, die drauf hocken, umso besser die Verzinsung." - Lehrer: "Früher war am Altstadtfest der Bierpreis bei den Wirten fest. Heute musst du erst mal schleichen und Preislisten genau vergleichen, denn wo das Bier ganz wenig kostet,wird doch noch mal so gern geprostet."

Pfarrer: "Die CSU hat ja letztes Jahr am Altstadtfest zahlreiche Bürger zu einem kostenlosen Glas Wein zu sich eingeladen. Leider kam die Einladung wegen des Poststreiks erst nach dem Fest an." - Wirt: "Von wegen Poststreik, immer wär'n die andern schuld. Die CSU hätt's halt net aufm letzten Drücker schicken sollen."

Pfarrer: "Bei den Schlemmerwochen war ich da, wos die freilaufenden Rinder gegeben hat - die warn so schnell, ich hab auf mei'm Teller kein einziges erwischt". - Lehrer: "Am gefährlichsten wars beim Bartl." - Pfarrer: "Stimmt! Ich löffel nichtsahnend mei Suppn und war fast an einem Zahnstocher erstickt. Ich laou ma ja nu a Haar in der Suppe eigäi, aber glei so a Trumm Holz?" - Wirt: "Das Motto war halt: Alles am Spieß." - Pfarrer: "Aber doch niat des Leberknödl. Außerdem halten die Spieße bloß den Betrieb auf - zerscht muss da Koch umständlich affepfriemeln und ich kanns dann wieder mühsam unterzageln, ich tu halt lieber gemütlich einespachteln."

Pfarrer: "Die Großalbershofener waren eingsperrt. Der Bruckner-Bus war auf einmal zu hoch für die Unterführung nach Iber." - Wirt: Die Stadt war unschuldig, die Bahn ist schuld gwen. - Lehrer: Ja, ja, die Stadträte sind ja nie an was schuld...die Stadtbau hat si ja a vo selber ruiniert, aber eins ist doch klar: die Brückenhöhe wird nicht nur kleiner, wennst des oben niedriger machst, sondern auch, wennst die Straße drunter höher machst." - Pfarrer: "Ach so! Da muss ma als Architekt erstamal drauf komma."

Lehrer: "Wir schreiben das Jahr 2222 - in Nordbayern versuchen seit Jahrzehnten Wissenschaftler vergeblich das Geheimnis einer undurchdringlichen Dornenhecke zu lüften. Von oben ist auch kein Eindringen möglich, da sich das Gestrüpp wie eine Haube über ein größeres Gebiet verfilzt hat. Schließlich aber bot sich den Forschern auf der anderen Seite der Hecke doch noch ein unfassbarer Anblick: Vor ihnen lag die vor fast 200 Jahren auf mysteriöse Weise verschwundene Stadt Sulzbach-Rosenberg." - Pfarrer: "Und alles Leben war wie im Dornröschenschlaf eingefroren, ob die Vögel in der Luft, die Autos auf der Straße oder die Menschen beim Ratschen." - Wirt: "Die Zeit war einfach stehengeblieben am 7.7.2017." - Lehrer: "Sogar der Stadtrat saß im Rathaus erstarrt - wie vor 200 Jahren." - Pfarrer: "Die Wege des Herrn sind unergründlich." - Wirt: "Hubert Jungbauer hatte noch ein halb ausgetrunkenes Weizen an den Lippen." Lehrer: "Hans-Jürgen Reitzenstein war vermutlich nach Genuss von Schnupftabak mitten in einem Nieser erstarrt." - Pfarrer: "Karl-Heinz Kreiner schrieb gerade eine Frage auf, die er zu Hause seiner Frau stellen wollte" - Wirt: "Dr. Patrick Fröhlich erstarrte vor einem riesigen Gerät, das später von Historikern als Vorläufer der Minicomputers erkannt wurde, die heutzutage jeder im Hirn eingebaut hat." - Lehrer: "Eine mit Schal, Mütze und Wolldecke vermummte Person stellte sich nach dem Auspacken als Gerd Geismann heraus, seine ersten Worte waren: ,Mei is heit scho wider kalt'". - Pfarrer: "Yvonne Rösl lächelte selig, wahrscheinlich träumte sie - 200 Jahre lang - vom Bundestag." - Wirt: "Michael Göth drehte entspannt Däumchen und setzte diese Tätigkeit nach dem Erwachen gleich zufrieden mit sich fort."
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