„Fieldday“ in Pilgramshof: Sulzbach-Rosenberger Funkamateure im weltweiten Wettbewerb dabei
Computer hilft bei Signal-Suche

Die Ausrüstung der Funkamateure hat sich gewandelt: Jetzt hilft der Computer mit bei der Suche nach Kontakten. Bild: exb
Freizeit
Sulzbach-Rosenberg
12.06.2017
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Auf Funkwellen rund um die Welt: Der Deutsche Amateur-Radioclub (DARC) hatte zum Fieldday eingeladen. Auch die Funker aus Sulzbach-Rosenberg waren dabei. Bei dem weltweit ausgeschriebenen Wettbewerb gilt es, innerhalb von 24 Stunden mit möglichst vielen Stationen in aller Herren Länder Verbindungen aufzubauen.

Das Besondere an diesem Wettstreit ist, dass nur Stationen in die Wertung kommen, die strenge Voraussetzung für die Teilnahme erfüllen. Die Stromversorgung darf nicht vom öffentlichen Netz erfolgen, sondern aus eigener Stromerzeugung über Generatoren, und man muss auf selbst aufgebaute Antennen zurückgreifen.

Nach Auswertung der Notfunkübung hatten die Sulzbach-Rosenberger Funkamateure folgendes Ergebnis erreicht: 306 Funkverbindungen auf sechs Kurzwellenbändern mit Stationen aus 108 Ländern. Dieses Szenario ist einer Katastrophenschutzübung, bei der man nur eigene Mittel verwendet, nicht unähnlich.

Nicht zuletzt deshalb hatte der langjährige Ortsverbandsvorsitzende Hans Reyzl (DL2ZA) den Wettbewerb bei den DARC-Referenten in Baunatal und im Distrikt Bayern-Ost als Notfunkübung angemeldet.

Bei Pilgramshof

Für die Reichweite ist es von entscheidender Bedeutung, von wo aus gefunkt wird. Diesmal hatten sich die Funkamateure ein Gelände bei Pilgramshof ausgesucht. Familie Rösel stellte zum Antennenaufbau ein geeignetes Grundstück bereit.

Um konkurrenzfähig zu sein, muss man über Ausbreitungsbedingungen Bescheid wissen: Theoretisch kann man über Funk jeden Teil der Erde erreichen, aber nicht zu jeder Zeit auf jeder Frequenz. Kenntnisse hierüber werden zwar in der Amateurfunkprüfung verlangt, die Feinheiten erwirbt man sich aber nur im Gebrauch.

Auch hier hat der Computer schon Einzug gehalten. Er hilft bei der Auswertung der Ergebnisse, zeigt an, wenn auf dem gleichen Frequenzband schon einmal ein Kontakt stattgefunden hat. Er hat die früher übliche Zettelwirtschaft endgültig abgelöst. Diesmal war Tastfunk (Morsen) angesagt. Es gibt aber auch Wettbewerbe, bei denen mit Sprechfunk die Daten ausgetauscht werden. Inzwischen haben sich Verbindungsmöglichkeiten entwickelt, die weit über das hinausgehen: zum Beispiel Amateurfernsehen, Funk über Relaisstellen und Amateurfunksatelliten, der den Mond als Reflektor, aber auch digitale Betriebsarten unter Verwendung des Internets als Spotmelder (unter Amateuren umstritten) und vieles mehr. Hier geht ohne Computer gar nichts.

Vielfältiges Spielfeld

Man sieht: Der Amateurfunk ist nicht stehengeblieben und hat sein Spektrum erweitert - ein weites und vielfältiges Spielfeld für den technisch Interessierten. Für unseren Bereich steht auf dem Mariahilfberg eine 70-Zentimeter-Relaisfunkstelle der Amberger Funkamateure, die eine Verständigungsmöglichkeit weit über die Landkreisgrenzen ermöglicht und so die Organisation der Veranstaltung erleichtert.

Das Gesellschaftliche kommt bei alledem nicht zu kurz, lassen sich doch in der Gemeinschaft so manche Probleme, auch technischer Art, lösen. So wird Hilfe bei Antennenbau und -auslegung sowie bei der Ausstellung der Standortbescheinigung gegenüber der Behörde gewährt. Interessenten könne sich melden bei Hans Reyzl (Mail. dl2za@darc.de, 09661/45 25).
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