Leiterin des Jugendzentrums im Gespräch
Jeder Tag in der Hängematte ist anders

Die einen spielen Playstation auf der Großleinwand, die anderen unterhalten sich am Tisch. Die Mädels haben es sich auf den Paletten-Möbeln gemütlich gemacht. Im Nebenzimmer fechten zwei Jungs ein Tischtennis-Match aus. Im Jugendzentrum können sich alle frei bewegen und Spaß haben. Bild: anv
Freizeit
Sulzbach-Rosenberg
14.03.2018
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"Wenn es ihr Haus ist, habe ich mein größtes Ziel erreicht." Zitat: Cornelia Aschenbach, Leiterin Jugendtreff-Hängematte

Wenn sie von "ihren" Kindern erzählt, kommt Cornelia Aschenbach ins Schwärmen. Die studierte Sozialpädagogin leitet das Jugendzentrum Hängematte am Annabergweg seit etwa zwei Jahren. Was sie als ihren Traumjob bezeichnet, war nicht immer leicht.

Im Gespräch mit der SRZ erzählt Aschenbach davon. "Ich habe zwar Sozialpädagogik studiert, aber nicht, wie man ein Jugendzentrum leitet", sagt die junge Frau. "Direkt nach dem Studium einzusteigen, war eine Herausforderung." Doch keine, die die gebürtige Ambergerin nicht meistern wollte.

"Es kam vor, dass ich hier alleine gehockt bin. Im Sommer war ich kurz vorm Verzweifeln", gibt die 26-Jährige zu. Anfang September 2017 war das Jugendzentrum dann Teil des Ferienprogramms. "Plötzlich standen vor der Tür um die 15 wilde Kerle zwischen zehn und vierzehn Jahren. Sie hatten gehört, dass man bei uns kostenlos Playstation spielen kann. Da dachte ich mir schon: Ich reiße mir hier ein Bein aus und plane ein Programm und die wollen nur zocken", sagt sie und lacht dabei. Seitdem kommen die Jungs regelmäßig und bringen Freunde mit. Natürlich sind das nicht die Einzigen. Immer mehr Jungen und Mädchen finden zum Annabergweg.

Nicht nur Gratis-Zocken

Für die lässt sich die Sozialpädagogin immer wieder etwas Neues einfallen. "Demnächst gibt es eine besondere technische Überraschung für die Kids. Die wird aber noch nicht verraten." Ihr ginge es nicht darum, neue Besucher anzuwerben, sondern darum, die Stammgäste zu beschäftigen. "Nicht immer sind viele Kinder gut. Man muss sie ja auch noch im Griff haben."

Viele Ideen schweben ihr durch den Kopf, doch die Leiterin und Teilzeitkraft Benni Gebhardt ("unsere gute Fee") haben nicht die Zeit, alles umzusetzen. "Wir haben ehrenamtliche Helfer. Meistens die, die früher auch hergekommen sind und jetzt studieren, eine Ausbildung machen oder arbeiten. Ich spanne auch jeden ein. Selbst wenn ich denjenigen gerade erst kennengelernt hab."

Eine Prise Connie

Was ist nun die Geheimzutat, dass die Hängematte immer gut besucht ist? "Ich einfach", lautet die selbstbewusste Antwort der Jugendzentrums-Leiterin. "Die Person macht es aus. Ich habe meine eigene Persönlichkeit, Kompetenzen und Fähigkeiten. Und ganz wichtig: Lust und Spaß an der Arbeit. Ich beschreibe mich selber als kumpelhaften Typ, bin freundlich, aber stelle auch Regeln auf. Denn ohne die geht es halt auch nicht." Ihr größtes Ziel? "Wenn die Kids das Gefühl haben, dass es ihr Haus ist, dann habe ich mein größtes Ziel erreicht."

Wenn es ihr Haus ist, habe ich mein größtes Ziel erreicht.Cornelia Aschenbach, Leiterin Jugendtreff-Hängematte


Mitmachen in der HängematteJeder kann helfen, ob ein Schreiner oder eine Küchenfee. Es reicht auch schon, wenn sich jemand die Zeit nimmt und mit den Kindern spielt oder Getränke ausschenkt. Gerade für junge Menschen, die sich einen sozialen Beruf vorstellen können, lohnt es sich, bei einem Praktikum oder einem freiwilligen sozialen Jahr reinzuschnuppern. Nicht selten sind das Jugendliche, die selbst Stammgäste sind. Generell würde die Leiterin das Programm gerne vervielfältigen. "Wir würden uns jemanden wünschen, der zum Beispiel einmal in der Woche mit den Kindern richtig kocht, ihnen vielleicht auch etwas speziellere und aufwendigere Sachen beibringt als Pizza mit Fertig-Teig oder Nudeln mit Soße. Auch eine Näh- und Handarbeitsstunde wäre toll." Aschenbach sieht auch die Möglichkeit, Pädagogen auf Honorarbasis einzustellen. (anv)
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