10.09.2017 - 17:08 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Tag des offenen Denkmals auf dem Maxhütten-Gelände Sturm auf die Hütte

Autos über Autos. Am Parkplatz gegenüber dem Hochofen, in Rosenberg und die ganze Erzhausstraße bis hoch zum ebenfalls sehr gut frequentierten Schlackenberg standen die Karossen: Der Tag des offenen Denkmals schlug am Sonntag besuchertechnisch voll ein.

von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Lange Schlangen bildeten sich vor dem Tor zum MH-Areal. Insgesamt 15 Gruppen stellte Objekt-Manager Bernhard Dobler nacheinander zusammen, einige Hundert Interessenten wollten das Industriedenkmal Hochofen aus der Nähe betrachten. Fast jeder hatte seine Kamera dabei und verewigte die Motive Hochofen, Cowper, Gießhalle, Stahlwerk und Turbogebläsehaus.

Blick in die Geschichte

Die fünf "Fremdenführer" hatten denn auch jede Menge zu tun. Sie erklärten kurz die fast 150-jährige Geschichte der Maxhütte und gingen dann besonders auf die Stahlerzeugung und die Besonderheiten in Rosenberg ein. Da kam die Beschickung der Hochöfen über einen Aufzug ebenso zur Sprache wie die Produktion von hochwertigen Schienen für die ganze Welt.

Bis zum letzten Hochofen-Abstich 2002 zog sich der rote Faden, auch die Zukunft des Geländes in Gestalt von Sanierung und Neuansiedlung von Firmen fand gebührende Erwähnung. Viele Auswärtige, aber auch gestandene Rosenberger und Sulzbacher ließen sich die Gelegenheit zum Eintauchen in die vergangene Stahl-Ära nicht entgehen.

Groß war das Interesse der Besucher am Sonntag auch am Schlackenberg: Die frühere Deponie der Maxhütte wurde in Jahren 2005 bis 2012 saniert. Nach dem Aus der Maxhütte 2002 hatte der Freistaat Bayern die rechtliche und fachliche Verantwortung für den Schlackenberg übernommen. Stellvertretend organisierte die Regierung der Oberpfalz die dringend notwendige Sanierung der ehemaligen Reststoffdeponie der Maxhütte.

Info-Tafeln am Weg

Die Besucher fanden Zugang über das Tor an der Erzhausstraße. Möglich waren selbstständige Rundgänge am Lehrpfad "Deponie Schlackenberg", um den kulturellen und geschichtlichen Hintergrund kennenzulernen. Auf dem gut gekennzeichneten Weg gab es Informationen zu Flora und Fauna, zur Sanierung des Schlackenberges, zur Geschichte der Maxhütte und der Eisen- und Stahlerzeugung.

Hier nutzten ebenfalls Hunderte von Bürgern die Gelegenheit, bei gutem Wetter einen Spaziergang über den Berg zu unternehmen und dabei Wissenswertes zu erfahren. Ziel der meisten Touristen war natürlich das Info-Zentrum knapp unter dem Gipfel mit Blick zum Annaberg und weit hinaus ins Land. Fazit: Rosenberg hat viel zu bieten - wenn die passende Gelegenheit geschaffen wird.Damit hatte keiner gerechnet: Einige Hundert Besucher wollten am Sonntag die alte Maxhütte besichtigen - Hochofen und Plaza stießen auf großes Interesse. Etwa 15 Führungen prägten den Tag des offenen Denkmals.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp