06.07.2017 - 20:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Andächtige Klänge in der ehemaligen Synagoge Gänsehaut und beruhigte Seelen

Tritt man in ein Gotteshaus, kann die Ehrfurcht der Anwesenden gespürt werden. Die Energie der ehemaligen Synagoge in Sulzbach-Rosenberg hüllt auch den letzten Ungläubigen in einen Zustand der Ruhe. Ertönen dann noch Engelsstimmen mit himmlischen Klängen, fühlt sich der Besucher dem Unendlichen ganz nahe.

Ulrike Bauer, Elinor Haftel (sitzend), Dr. Michaela Beha an der Querflöte und Organist Markus Lommer sorgten für einen anspruchsvollen Shabbat in der Synagoge. Bild: dwi
von Dagmar WilliamsonProfil

Ein anspruchsvoller "geistlicher Musik-Abend" war Grund für zahlreiche Zuhörer, das Haus der Begegnung zu besuchen. Auch vor dem Gebäude blieben Spaziergänger stehen, um den Instrumenten und Gesängen zu lauschen. Das Programm wurde von Stadtheimatpfleger Markus Lommer, Michaela Beha, Ulrike Bauer und Elinor Haftel gewählt.

Bewusst wurden die einzelnen Stücke im Wechselspiel mit Psalmen auf hebräisch und deutsch in gereimten Versen des Sulzbachers Joseph Weinzierl wie zwei stützende Säulen aufgebaut. Vorgetragen wurden Stücke aus dem 17. und 18. Jahrhundert von Bach, Mozart und Mendelssohn-Bartholdy sowie Lieder von Christian Knorr von Rosenroth. Der offene Raum der Synagoge bot ein helles Klangerlebnis der Instrumentalstücke und ließ den Gesang durch die Straßen der Stadt hallen.

Die vier Ausführenden musizieren schon seit ihrer Kindheit. Sopranistin Ulrike Bauer ist seit 2005 staatlich geprüfte Chorleiterin und wirkt jetzt als freischaffende Stimmbildnerin und Sängerin. Dr. Michaela Beha spielte im Würzburger-Symphonie-Ensemble und im Oakland Symphony Youth Orchestra. An diesem Abend überzeugte sie an der Querflöte. Die Rezitation übernahm Elinor Haftel. Sie wurde in Israel geboren und verband laut Lommer an diesem Abend Juden- und Christentum. Seit drei Jahren ist sie Mitglied im Großen Chor des Collegium Musicum Berlin. Dr. Markus Lommer ist derzeit unter anderem Organist in Ammerthal.

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