25.07.2017 - 20:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Archiv des Literarischen Colloquiums Berlin jetzt in der Herzogstadt Neuer Schatz für das Literaturarchiv

120 Regalmeter, 900 Aktenordner, 500 Audiokassetten - und jede Menge Arbeit: Mit dem Archiv des "Literarischen Colloquiums Berlin" (LCB) hat das Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg einen neuen, bedeutenden Schatz an Land gezogen. Umso größer war natürlich die Freude beim Vorsitzenden, Privatdozent Heribert Tommek, und dem wissenschaftlichen Leiter Michael Peter Hehl, die den Coup in der Mitgliederversammlung offiziell machten. Damit komplettiere man zudem den bereits vorhandenen Walter-Höllerer-Bestand, sagt Hehl. Darüber hinaus empfahl sich das Literaturarchiv als gute Adresse für den Teilvorlass des Schriftstellers Bernhard Setzwein (Waldmünchen), dem man auch gleich eine Kabinettausstellung gewidmet hat. Die gleiche Ehre wurde dem Schriftsteller Franz Joachim Behnisch (Weiden) zuteil, dessen Nachlass-Erschließung nun abgeschlossen ist. Zufrieden zeigt sich Hehl auch mit den Wagenbach-Verlag- und Hubert-Fichte-Sonderausstellungen.

von Anke SchäferProfil

Ebenfalls sehen lassen kann sich die Bilanz der Programmleiterin Patricia Preuß: Viele namhafte Autoren wurden für Lesungen gewonnen, von denen einige im Anschluss für Furore im Literaturbetrieb sorgten: Fiston Mwanza Mujila, der in Kooperation mit der Buchhandlung Volkert zu Gast war, hat zusammen mit den Übersetzerinnen Katharina Meyer und Lena Müller den Literaturpreis für übersetzte Gegenwartsliteratur abgeräumt. Ulrike Anna Bleier schaffte es mit "Schwimmerbecken" auf die Hotlist 2017. Als Attraktion mit wachsender Anziehungskraft erweist sich die Regionalbuchmesse Oberpfalz, deren Neuauflage im November 2017 mit doppelt so vielen Ausstellern wie bisher aufwarten wird, so die Programmleiterin.

Die Kooperation mit dem Prager Literaturhaus und tschechischen Künstlern hat sich ebenso vorteilhaft entwickelt wie die Zusammenarbeit mit der Bayerischen Akademie des Schreibens. Damit diese Projekte in Zukunft einen angemessenen Rahmen finden, mache man in Sachen baulicher und inhaltlicher Modernisierung nun Nägel mit Köpfen, berichtet Tommek. Die Machbarkeitsstudie sei in Auftrag gegeben und auch die Finanz- und Förderungsakquise befindet sich auf gutem Weg: "Das Literaturhaus steht gut da."

Die Mitgliederversammlung bestätigt anschließend die Rechnungsprüfer Elke Geck-Neidl und Peter Geiger in ihren Ämtern. Die Mitgliederzahlen haben sich bei 139 eingependelt. Altbürgermeister und Beisitzer Gerd Geismann dankt im Namen der Mitglieder für die geleistete Arbeit und bringt das Fazit der Versammlung auf den Punkt: "Walter Höllerer hätte seine Freude dran."

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.