Ausrichtung des Sulzbach-Rosenberger Stadtmuseums
Neues Leben fürs Stadtmuseum

Es gibt zwar noch kein fertiges neues Konzept fürs Stadtmuseum, aber die ersten Schritte in diese Richtung sind jetzt unternommen. Bild: Royer
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
20.02.2018
148
0
 
So ging Museum früher: Im Schloss fand das "Heimatmuseum" von 1964 bis 1983 eine Bleibe. Texte und Erläuterungen gab es nicht. Bild: Stadtmuseum

Edmund Stoiber war noch Landesvater und Hans Zehetmair sein Kultusminister, als am 3. Mai 1996 die Wiedereröffnung des gesamten Stadtmuseums über die Bühne ging. In der Festschrift sind sie verewigt. Mehr als 20 Jahre sind seither vergangen, Wünsche nach neuer Konzeption stehen im Raum. Aktuell hat sich jetzt etwas getan.

Zehn Jahre zuvor war bereits der erste Abschnitt des neuen Stadtmuseums in der Neustadt 14 mit Scheune der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Museumsleiterin Elisabeth Vogl blickte damals auf eine 101-jährige Entwicklungsgeschichte von der Idee bis zur Realisierung zurück.

Ziel war es damals - und daran dürfte sich auch bis heute nichts geändert haben, dass die Besucher auf ein lebendiges Museum treffen, das Kultur und Historie der Herzogstadt in ansprechender Weise stets auf Höhe der Zeit präsentieren kann. "Das Museum der Zukunft und Gegenwart ist aktiv arbeitend und bietet einen Anreiz zur Freizeit- und Bildungsgestaltung der Bevölkerung", so die damalige Leiterin.

Auch dem Stadtrat, der Verwaltung und dem Bürgermeister war und ist das Museum immer eine Sorge wert. So war es auch verschiedentlich Thema im Stadtrat, wo im Gremium vor mehr als drei Jahren Stimmen nach einem Gesamtkonzept "Museen der Stadt" laut wurden. Den Stein ins Rollen brachte damals der Förderverein der Einrichtung, der sich mehr Unterstützung bei seinen Aktivitäten wünschte. Konkrete Beratungen gab es darüber im Stadtrat im November 2014. Gemeinsam hatten die Parteien den Antrag formuliert, den Förderverein des Stadtmuseums zu unterstützen: "Es besteht Übereinstimmung, dass dazu ein Gesamtkonzept für Stadtmuseum, Apothekermuseum, Synagoge und Druckerei Seidel nötig ist. Die Exponate im Eingangsbereich der Scheune sollten möglichst rasch ausgelagert werden, damit hier ein barrierefreier Kommunikationsraum entstehen kann."

Ferner hieß es im Gemeinschaftsantrag: "Zusammen mit Museumsleitung, Förderverein und Verwaltung ist ein ,Gesamtkonzept Museum' zu erarbeiten: Wie ist die künftige museale Ausrichtung, was ist erhaltenswert und was kann abgegeben werden?"

Mehr Kommunikation

Verschiedene Umstände beim Personal in der Stadtverwaltung und bei der Landesstelle der nichtstaatlichen Museen, die bei der Überarbeitung des Konzepts erster Ansprechpartner gewesen sei, hätten hier allerdings laut Hauptamtsleiter Johann Gebhardt zu Verzögerungen geführt, die eine zeitnahe Umsetzung der Vorschläge verhinderten.

"Dennoch hat sich nun in enger Zusammenarbeit mit dem Förderverein die Umgestaltung der Scheune zum Kommunikationsraum im November letzten Jahres erfolgreich realisieren lassen", so Gebhardt, der darin auch den wichtigen ersten Schritt zur Neukonzeptionierung sieht. Auch ein Seminar des HCA-Gymnasiums hat sich aktuell mit dem Stadtmuseum beschäftigt. So richteten die Schüler unter anderem einen Museumstag aus, um das Interesse von Grundschülern mittels GPS-Pfad zu wecken. Sie betätigten sich als Museumsführer und leisteten mit Interviews von Zeitzeugen die Vorarbeiten für die audiovisuelle Ertüchtigung und die Ausstattung des Medienraumes. Durch die Weiterbeschäftigung eines Folge-Seminars scheinen die Weichen in Richtung "Neukonzeption" zumindest auf dieser Ebene schon mal gestellt.

Museumsgeschichte1894: Gründung des "Verschönerungsvereins für Sulzbach und Umgebung". Vorschlag zur Errichtung eines "Lokalmuseums" durch Vorsitzenden Dr. Richard Pfeiffer.

1904: Beschluss der Museumsgründung. Beginn der Sammlung von Gegenständen (Stiftung von Bürgern und der Maxhütte).

1907: Eröffnung im Rathaussaal; 1912 Schließung.

1935: Depot im städtischen Baulager Frieser und in der von der Stadt erworbenen Synagoge, ab 1947 im Schinhammerstadel.

1956: Auf Anregung von Fritz Metz und Hanns Binder Sichtung des Bestandes, Neuordnung und kurzfristige Aufstellung in der alten Realschule.

1964: Eröffnung des Museums im Festsaal des Schlosses.

1980: Ankauf des Gebäudekomplexes Neustadt 14-16 durch die Stadt.

1983: Schließung im Schloss. Inventarisation, Konservierung und Erstellung eines Konzepts zur Neuaufstellung.

1986: Eröffnung in Neustadt 14-16 in Abschnitten. (oy)


Das Museum der Zukunft und Gegenwart ist aktiv arbeitend.Elisabeth Vogl in der Festschrift zur Gesamteröffnung
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.