02.03.2018 - 20:00 Uhr
Sulzbach-Rosenberg

AvivA-Gründerin Britta Jürgs nächster Gast beim Verlagsabend der Buchhandlung Volkert Unabhängig und unverwechselbar

Sulzbach-Rosenberg/Berlin. Seit 20 Jahren bereichert der Berliner AvivA-Verlag die Literaturszene um eine "weibliche, unabhängige und entdeckungsfreudige" Komponente. Am Freitag, 9. März (19.30 Uhr) stellt Verlagsgründerin Britta Jürgs in der Buchhandlung Volkert in Sulzbach-Rosenberg Lieblinge aus dem AvivA-Programm vor und erzählt von ihrer besonderen Leidenschaft fürs Büchermachen.

Britta Jürgs. Bild: Klara-Emilia Kajdi
von Anke SchäferProfil

"Wiederentdeckten Schriftstellerinnen" verhilft der AvivA-Verlag ebenso zu verdienter literarischer Aufmerksamkeit wie Reportagen aus weiblicher Perspektive oder Biografien und Porträts über Frauen der Kunst- und Kulturgeschichte. Für dieses Engagement wurde Britta Jürgs als "BücherFrau des Jahres" 2011 ausgezeichnet. Zudem vertritt sie als Vorsitzende der Kurt Wolff Stiftung die Interessen unabhängiger deutscher Verlage. Der Kulturredaktion hat sie vorab Einblick gewährt:

Welche Motivation und wie viel Mut waren nötig, um vor 21 Jahren den Verlag aus der Taufe zu heben?

Britta Jürgs: Natürlich gehört dazu Mut und auch eine Portion Wahnsinn, aber ich wollte einfach die Bücher machen, die es so auf dem Buchmarkt nicht gab: Themen, die mir am Herz lagen, Autorinnen, die vergessen waren und die ich unbedingt wert fand, wiederentdeckt zu werden. Ich hatte irgendwann den Traum, einen Verlag zu gründen, und wollte es zumindest mal versucht haben. Und dann sind auf einmal 20 Jahre vorbei und das Experiment geht immer noch weiter. Und ich kann mir, trotz aller Schwierigkeiten, nichts Schöneres vorstellen.

War von Anfang an klar, dass es bei dem dezidiert weiblichen Fokus bleiben soll oder hat sich die Spezialisierung auf weibliche Stimmen und Perspektiven erst im Laufe der Zeit ergeben?

Ein dezidiert weiblicher Fokus war von Anfang an klar, einfach weil ich da so viele Entdeckungen gemacht habe und es noch so viel zu entdecken gab und weil es immer noch ganz viel nachzuholen gibt sowohl bei den Autorinnen als auch bei den weiblichen Perspektiven im literarischen Kanon.

Auf den ersten Blick sind Literaturbetrieb und Verlagswesen heute durchaus weiblich geprägt - täuscht der Eindruck und wenn nicht, haben Verlage wie Ihrer ein Stück weit dazu beigetragen?

Auf den ersten Blick mag es zwar so aussehen, als sei der Literaturbetrieb und das Verlagswesen weiblich geprägt, doch die Spitzenpositionen sind doch hauptsächlich von Männern besetzt - obgleich sich da in den letzten Jahren und Jahrzehnten natürlich trotzdem eine Menge getan hat. Und ich versuche natürlich, alles dafür zu tun, dass das, was Frauen tun oder getan haben, noch sichtbarer wird.

Was macht den unmittelbaren Austausch mit Buchhändlern und Lesern überhaupt so reizvoll?

Ich verbringe ja einen großen Teil meiner Zeit vor dem Computer. Natürlich bin ich telefonisch, per Mail oder Social Media mit vielen Menschen im Kontakt, aber das kann einen direkten Austausch nicht ersetzen. Jede Buchhandlung hat ihre ganz besondere Note - und es gibt nichts Schöneres als den Austausch mit engagierten Buchhändlerinnen und Buchhändlern und deren jeweils ganz besonderem Publikum.

Wenn Sie am 9. März in der Buchhandlung Volkert in Sulzbach-Rosenberg zu Gast sind, werden Sie den Verlag vorstellen und aus Ihren Lieblingsbüchern lesen - verraten Sie dazu schon ein bisschen mehr?

Auf jeden Fall werde ich die Undercover-Reporterin und Weltreisende Nellie Bly vorstellen, die Jules Vernes Romanhelden Phileas Fogg übertraf und 1889 in weniger als 80 Tagen die Welt umquerte. Und eine wunderbare Autorin der 1920er Jahre, Lili Grün, die so ungeheuer modern daherkommt und ganz gut verdeutlicht, warum mich auch die zwanziger Jahre so faszinieren.

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Karten für den Verlagsabend mit Britta Jürgs sind bei der Buchhandlung Volkert (Telefon 09661/812373) oder an der Abendkasse erhältlich.

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