Benefizkonzert des MultiChors in der Johanniskirche
1400 Euro für die Erdbeben

Über die Summe von 1400 Euro freuten sich Chorleiter Franz-Xaver Reinprecht, die stellvertretende Leiterin der Sing- und Musikschule Sylvia Schulz, Roberto di Filippo aus der Erdbebenregion sowie der evangelische Pfarrer Uwe Markert aus Rosenberg (von links). Bild: lhc
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
20.12.2016
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"Wir brauchen Eure Hilfe!" So beendete Roberto di Filippo seinen Vortrag über die schrecklichen Erlebnisse in seiner italienischen Heimat. Beim Benefizkonzert des Multichors der Städtischen Sing- und Musikschule in der Johanniskirche zeigten sich die Zuhörer von der musikalischen Leistung beeindruckt, von den schlimmen Erdbeben betroffen und an der Kirchenpforte spendabel.

Stolze 1400 Euro an Spenden kamen zusammen, die Di Filippo für Schüler aus der Erdbebenregion einsetzen will. Er stammt aus Amatrice und ist dort als Bergführer tätig. Eine Winterfreizeit soll es diesen Kindern ermöglichen, eine Woche dem Alltag, von Leid und Zerstörung geprägt, zu entfliehen. Sein Vortrag über das völlig zerstörte Dorf ging allen unter die Haut: "Wir haben unser Haus, unsere Arbeit, unsere Freunde und unsere Verwandten verloren", erzählte di Filippo und bedankte sich für die Hilfe durch das Konzert.

Mit dem Multichor um Leiter Franz-Xaver Reinprecht erlebten die zahlreichen Zuhörer einen Musikgenuss der besonderen Art. "Multi" trifft auf den Chor in mehrerlei Hinsicht zu: Er ist bunt gemischt mit jungen und sehr jungen Sängern, vielfältig ist das Repertoire. Sämtliche Stücke sind von Reinprecht eigenhändig arrangiert und weisen unterschiedlichste Stilrichtungen auf. Schon das erste Lied mit dem arabischen Gruß "Assalaam" (Friede sei mit euch) zeigte, mit wie viel Freude an der Musik und Leidenschaft hier musiziert wird. Zunächst sang der Multichor schwungvolle, aber auch besinnliche weltliche Songs. Dann waren aber immer mehr Weihnachtslieder aus aller Welt zu hören. Reinprecht war es auch, der pfiffige Geschichten rund um die Lieder wusste: "Jingle Bells hat ursprünglich überhaupt nichts mit Weihnachten zu tun. Es ist vielmehr ein Lied über Pferdeschlittenrennen aus dem 19. Jahrhundert."

Aber nicht nur englische Texte beherrschte der Chor perfekt. "Auch die Lieder aus Afrika, Norwegen, Spanien oder Italien singen wir fast immer in den Herkunftssprachen", erläuterte Reinprecht. Nur beim "Gloria in excelsis deo" wich der Chor vom französischen Original ab. Mit "Es ist ein Ros' entsprungen" oder "Still, still, still" zeigte das vielseitige Ensemble, dass es ebenso besinnliche deutschsprachige Weihnachtslieder beherrscht.

Auch das stimmgewaltig in Latein gesungene "Gaudete" (Freut euch!) aus dem Mittelalter beeindruckte. Mit tollen Soloeinlagen rundete die Zugabe "Hallelujah" des kürzlich verstorbenen Leonard Cohen das Konzert ab. Das Publikum applaudierte minutenlang; Lob zur rundum gelungenen Veranstaltung kam von Sylvia Schulz , der stellvertretenden Leiterin der Sing- und Musikschule, sowie vom "Hausherrn" Pfarrer Uwe Markert .
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