Benefizkonzert für Erdbebenopfer: Fünf Fragen an Roberto Di Filippo
Singen für Amatrice

Roberto di Filippo stammt aus Amatrice und wird beim Benefinzkonzert des Multichores in der Johanniskirche von den Erdbeben berichten. (Foto: lhc)
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
08.12.2016
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Großes Leid, schwere Zerstörungen, kein Stein steht mehr auf dem anderen: Starke Erdbeben widerfuhren den Menschen in der Region Latium in Mittelitalien Ende des Sommers und nochmals im Herbst. Am Mittwoch, 14. Dezember, singt der Multichor der Städtischen Sing- und Musikschule in der Rosenberger Johanniskirche zugunsten des betroffenen Ortes Amatrice.

Bei dem eineinhalbstündigen Konzert werden die rund 40 Sänger unterschiedlichsten Alters die Hauptakteure sein. Unter Leitung von Franz-Xaver Reinprecht präsentieren sie ab 19 Uhr ein buntes, grenzüberschreitendes Liedgut verschiedener Stilrichtungen und Sprachen. Alle Interessierten sind eingeladen, Spenden erwünscht.

Es gab in der Region Latium zahlreiche Todesopfer zu beklagen, die Menschen dort müssen nun teilweise in Zelten leben, jeglicher normaler Alltag ist zum Erliegen gekommen. Roberto Di Filippo, der Lebensgefährte einer der Sängerinnen des Chors, hat in Amatrice gelebt und gearbeitet. Er sorgt dafür, dass der Erlös des Benefizkonzertes direkt bei den Betroffenen ankommt. Der SRZ schilderte Roberto Di Filippo die schwierigen Lebensumstände nach der Katastrophe.

Roberto, was geschah im Herbst in deiner Heimat?

Roberto Di Filippo: Die Erde bebte in dem auf knapp 1000 Meter hoch gelegenen, mittelalterlichen Bergdorf Amatrice im August und nochmals Ende Oktober mit einer Stärke bis zu 6,6. Es wackelt immer wieder - es gab seit Ende August rund 30 000 Nachbeben.

Welche Auswirkungen haben die Erdbeben?

Es kamen rund 300 Menschen ums Leben. Wie in einigen anderen Dörfern Mittelitaliens stürzten nahezu alle Gebäude, die das erste große Beben in Amatrice noch überstanden hatten, bei den weiteren Beben komplett ein. Die Schule, das Krankenhaus und das Rathaus in Amatrice wurden zerstört. Auch im 140 Kilometer entfernten Rom spürten die Menschen die Beben.

Wie geht es den Menschen vor Ort heute?

Nahezu alles liegt in Schutt und Asche, kein Gebäude ist mehr bewohnbar. Die Betroffenen finden nachts kaum Schlaf und wollen aus Sorge um weitere Beben auch nicht in nahe gelegenen Gebäuden leben. Lieber schlafen sie in Holzhütten. Viele haben die Region verlassen. Es sieht aus wie nach einem Krieg!

Wird schon an einen Wiederaufbau gedacht?

Die Menschen kämpfen jeden Tag darum, ihre Heimat wieder lebenswert zu gestalten. Noch sind viele Straßen verschüttet. Am schnellsten müssen meiner Meinung nach Schulen errichtet werden. Auch eine funktionierende Landwirtschaft ist für diese Region sehr wichtig. Die Bergregion lebt zudem vom Tourismus.

Wie kann der Erlös des Benefizkonzertes am 14. Dezember sinnvoll verwendet werden?

Ich werde mich darum kümmern, dass damit den Kindern in Amatrice geholfen wird. Sie wollen wieder in die Schule gehen und eine kindgerechte Freizeit erleben.
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