Breitenbrunn feiert vier Tage lang
Kirwa-Sauna im idyllischen Tal

Zum ersten Mal am neuen Kirwaplatz: Das Austanzen und auch der Rest klappte bei der Premiere in Breitenbrunn vorzüglich. Bilder: rlö (3)
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
27.08.2017
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In der Gluthitze brachten die Boum den Baum in die Senkrechte.

Da wollte sich der Sommer offensichtlich noch einmal von seiner besten Seite zeigen und bescherte den Breitenbrunnern zu ihrer Kirwa tropische Verhältnisse. Vor allem der Kraftakt des Baumaufrichtens am Samstag in den Mittagsstunden geriet bei Temperaturen um die 35 Grad zur Kirwa-Sauna.

Die Breitenbrunner Kirwagemeinschaft hatte heuer Organisation und Ausrichtung dieses traditionsreichen Festes komplett selbst in die Hand genommen - eine Premiere, die als voller Erfolg gewertet werden darf. Krönung des Brauchtumsgeschehens am Sonntag war wieder das Baumaustanzen, bei dem der Wecker Lisa Frohndörfer und Thomas Krös zum neuen Oberkirwapaar kürte.

Am letzten August-Wochenende gehen die Uhren anders im Breitenbrunner Tal - da wird umgeschaltet auf Kirwamodus, da geht's vier Tage lang so richtig rund. Die Breitenbrunner Kirwagemeinschaft wagte mit zahlreichen freiwilligen Helferinnen und Helfern heuer den Kraftakt, das Kirchweihfest alleine auszurichten - auf einem Wiesengrundstück an der Rieglesbrunnenstraße breitete sich das kleine "Kirwa-Dorf" aus, mit dem großen Fuchsbeck-Bierzelt und dem Kirwabaum als den beiden zentralen Anlaufpunkten.

Den stattlichen 34-Meter-Baum (offizielle Angabe des Sörgel-Sebi) hatten die Burschen aus einem städtischen Waldgrundstück geholt und am Samstag mit viel Hauruck und Schweiß aufgestellt. Regie dabei führte wie in den Vorjahren der Zimmerermeister Richard Götz aus Rothsricht.

Furioser Start

Bereits am Freitag Abend war mit einer fetzigen Zelt-Party der Startschuss für das bunte Kirwatreiben gefallen. Am Samstag Abend sorgten die Gruppe "Reckless" und die Vorband "Iron Road" für Stimmung unter den Besuchern. Mit der Musik der Bergwald-Musikanten feierten Kirwaleit' und Besucher dann in einen langen feuchtfröhlichen Kirchweihsonntag hinein, bei dem ihre Gäste dank der Metzgerei Rötzer auch kulinarisch aufs Beste betreut wurden.

Auch das direkt benachbarte Gasthaus "Zu den sieben Quelllen" erlebte zur Kirwa einen stattlichen Gästezustrom - am letzten Augustwochenende geht man ganz einfach nach "Broinbrunn" zum Feiern, das ist ungeschriebenes Gesetz.

Nach einem evangelischen Zeltgottesdienst am Sonntag Vormittag wartete alles gespannt auf den Kirwa-Höhepunkt, das Baumaustanzen. Angeführt von den "Kirchenreinbacher Spitzboum", einer wahrhaft sturmerprobten Schar von Kirwamusikanten, steuerten die Kirwaburschen samt Bätzn und Fassl die Häuser der Familien Eger, Karg und Sörgel an, um dort ihre Moila einzusammeln. Als alle neun Paare komplett waren, ging es zum Baum.

Der Wecker kannte heuer keine Gnade mit den Kirwapaaren und spannte auch das zahlreich versammelte Publikum regelrecht auf die Folter: Erst nach über 40 Minuten und einem "technischen Eingriff" der Regie bequemte er sich zum ersehnten Klingeln und bestimmte damit Lisa Frohndörfer und Thomas Krös zum neuen Breitenbrunner Oberkirwapaar. Zu den ersten Gratulanten am Baum zählte Bürgermeister Michael Göth, der seine Glückwünsche auch noch mit einer Spende an die Kirwagemeinschaft "versilberte".

Nachkirwa lockt

Und heute zur traditionellen Noukirwa geht es für die Breitenbrunner Akteure in den kräftezehrenden Endspurt, mit Austanzen der Alten gegen 19 Uhr, der Verlosung des Kirwabaums gegen 21 Uhr und dem mitternächtlichen Morgensegen. Das musikalische Begleitprogramm dazu liefern die "Boazn-Briada".
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