29.03.2018 - 16:02 Uhr
Sulzbach-Rosenberg

Buchvorstellung von Helma Koch im Seidel-Saal Amtsarzt im Sulzbach-Krimi

Es stimmt alles: Ein historischer Krimi wird vorgestellt, natürlich im geschichtsträchtigen Seidel-Saal. Die Protagonisten lassen die Sulzbacher Historie aufleben, selbst die Musik stammt aus der Ära von Gluck und Mendelssohn-Bartholdy. Nur das, was die Zuhörer am meisten interessiert hätte, bleibt ungesagt.

Markus Lommer und Helma Koch stellen ihr gemeinsames Buch über den ersten Amtsarzt in Sulzbach vor. Im Hintergrund Illustratorin Cornelia Platz. Bild: hka
von Helga KammProfil

Helma Koch ist bekannt in der Stadt als Apothekerin und Museumsführerin in der Alten Hof-Apotheke. Seit neuestem ist sie auch Autorin. Nach einem erfolgreichen Auftritt bei der Leipziger Buchmesse stellte sie nun in ihrer Heimatstadt ihren pharmazie-historischen Regional-Krimi vor. "Der erste Amtsarzt" heißt ihr Werk. Sie nennt es "literarisches Pflänzchen" und dankte allen, die zu dessen Werden beigetragen haben. Allen voran ist dies Markus Lommer, der den geschichtlichen Anhang geschrieben hat, aber auch Cornelia Platz, die Illustratorin, und schließlich die Firma Dorner, die das Buch gedruckt hat. "Es ist also alles auf hiesigem Mist gewachsen", verkündete Helma Koch ihrer "Fan-Gemeinde", die überaus zahlreich zur Präsentation gekommen war.

Lokalhistorisches Bild

Lese-Unterstützung leistete an diesem Spätnachmittag Christiane Wild, Mitarbeiterin im Apotheken-Museum, während Michaela Beha aus Amberg und Markus Lommer mit Querflöte und Piano klassische Musik des 18. Jahrhunderts darboten. Diese Zeit, "um 1800", skizziert Stadtheimatpfleger Lommer im Anhang des Buches über die Medizin und Pharmazie in Sulzbach. In seinem lokalhistorischen Bild beschreibt er den ersten Amtsarzt der Stadt, Dr. Christoph Raphael Schleis von Löwenfeld (1772 bis 1852), den Mann, der in Helma Kochs Buch die Titelrolle spielt. Er stammte aus einer angesehenen Ärzte-Dynastie und gilt als Pionier des bayerischen Gesundheitswesens.

Als erster Amtsarzt zu Beginn des 19. Jahrhunderts kontrollierte er das gesamte Gesundheitswesen im Bezirk Sulzbach. Lommer, der Passagen und Zitate aus den Veröffentlichungen dieses Mediziners vortrug, freute sich, dessen aktuellen Nachfolger, Dr. Roland Brey, den Leiter des Gesundheitsamtes Amberg-Sulzbach, unter den Gästen zu sehen. "Er hat unlängst in einer Veröffentlichung das segensreiche Wirken Schleis von Löwenfelds anschaulich gewürdigt".

Die Tatsache, dass die "große Geschichte der kleinen Stadt Sulzbach" spannenden Stoff auf den Gebieten von Medizin, Pharmazie und Alchemie birgt, hat Helma Koch auf die Idee ihres Krimis gebracht. Stadtarchivar Johannes Hartmann stellte ihr die Original-Berichte des Amtsarztes über die Lebensumstände bereit, Freunde und Familie ermunterten sie: "Helma, mach's!" So ist ein Büchlein von 116 Seiten entstanden, von Cornelia Platz liebevoll illustriert, von der Autorin in Rekordzeit geschrieben.

Spannender Fall

In 13 Kapiteln geht es um eine verschwundene Bäuerin, den Apotheker der Hof-Apotheke, den Pfarrer, um geheimnisvolle Medikamente, den verdächtigen Bauern, aber auch um eine Schaufel, einen Tümpel und die Magd. Teile aus diesen verschiedenen Kapiteln las die Autorin vor, verstand es aber, immer gerade dann aufzuhören, wenn es spannend wurde. Und spannend war es oft, das zeigte die atemlose Stille im Seidel-Saal, die - trotz des offenes Endes der Geschichte - in großem Beifall mündete für Koch und ihren Co-Autor Lommer. Die Ankündigung, dass dem ersten Sulzbacher Regional-Krimi bald ein zweiter folgen soll, lässt auf weitere Spannung hoffen.

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