Dekanatsfrauentag befasst sich mit berühmter Kinderbuchautorin
Auf Astrid Lindbergs Spuren

Voll besetzt war der Gemeindesaal unter der Christuskirche anlässlich des Dekanatsfrauentages. Bilder: cog (2)
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
23.02.2018
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Jeder kennt Pippi Langstrumpf und Michel aus Lönneberga. Aber wer war die Autorin, die diese und viele weitere unsterbliche Kinderbuchfiguren erschaffen hat? Der Dekanatsfrauentag des Dekanats Sulzbach-Rosenberg war Astrid Lindgren gewidmet.

"Es gibt kein Verbot für alte Weiber, auf Bäume zu klettern." Mit diesem Satz von Astrid Lindgren begrüßte Dekan Karlhermann Schötz die Teilnehmerinnen, von denen viele schon das Großmutteralter erreicht haben. Damit machte er deutlich, wie sehr es sich auch für ältere Menschen lohnt, Lindgrens Bücher zu lesen und die Autorin kennenzulernen.

Diplom-Theologin Ulrike Knörlein (Frauenwerk Stein) ist begeisterte Lindgren-Leserin und profunde Kennerin von deren Biografie. Im voll besetzten Gemeindesaal unter der Christuskirche ließ sie die Autorin lebendig werden.

Sie verfolgte ihr bewegtes Leben, das 1907 auf einem südschwedischen Bauernhof begann, wo Lindgren eine glückliche Kindheit verbrachte, die von Geborgenheit und Freiheit geprägt war. Schon früh begeisterte sich die spätere Schriftstellerin für Bücher. Sie arbeitete bei der Lokalzeitung, wurde dann Sekretärin beim Königlichen Automobilclub und bei einem Professor für Kriminalistik.

Mit 18 wurde sie, damals ein Skandal, unverheiratete Mutter eines Sohnes, den sie in Pflege gab. Als sie später heiratete, nahm sie den Jungen wieder zu sich und bekam mit ihrem Mann eine Tochter, Karin. Das kleine Mädchen dachte sich einen lustigen Namen aus, nämlich Pippi Langstrumpf, und bat die Mutter, darüber eine Geschichte zu erzählen. So entstand Lindgrens erstes und wohl bekanntestes Kinderbuch. 1945 wurde es veröffentlicht und seitdem in 80 Sprachen übersetzt. Weitere Werke folgten: "Michel aus Lönneberga", "Ronja Räubertochter", "Die Brüder Löwenherz" ...

Knörlein erläuterte, dass in den Büchern die Mädchen stark und unabhängig sind, während die Jungen oft harte Schicksalsschläge erdulden müssen. Hier verarbeitet Lindgren das Schicksal ihres Sohnes, der in seinen ersten Lebensjahren nicht bei ihr leben konnte. Zwischen 1939 und 1945 hatte sie Kriegstagebücher verfasst, die sie unter dem Titel "Die Menschheit hat den Verstand verloren" veröffentlichte. 1978 wurde ihr der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen.

2002 starb Astrid Lindgren. Bis zum Schluss hatte sie sich ihren Humor bewahrt. Knörlein gab zum Abschluss ihren Zuhörerinnen noch einen Satz von Lindgren mit auf den Weg: "Lass dich nicht unterkriegen. Sei frech und wild und wunderbar."
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