Dekanatskirchenmusiktag in der Herzogstadt
Orgelklang vom Lastwagen

Kirchenmusikdirektor Gerd Hennecke begleitet den Dekanatskirchenchor auf der Lastwagenorgel.
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
09.07.2017
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Einen Kirchen- oder einen Posaunenchor kann man oft hören, wenn man am Sonntag in den Gottesdienst geht. Die Sänger und die Bläser sind schon etwas Besonderes, weil so viele engagierte Musiker mitwirken. Beim Dekanatskirchenmusiktag gab es noch dazu eine Sensation zu bewundern: die einzige Lastwagenorgel der Welt.

Die Lastwagenorgel stand in der Pfarrgasse, und die Besucher des Kirchenmusiktags des evangelischen Dekanats Sulzbach-Rosenberg bestaunten sie, aber zuerst war etwas ganz anderes zu hören. Der Dekanatsbläserchor unter der Leitung von Kurt Lehnerer lud vom Turm der Christuskirche alle Freunde der Kirchenmusik in die Pfarrgasse ein. Sie spielten auch eine Bearbeitung des Lutherliedes "Ein feste Burg ist unser Gott". Dieses Lied zog sich - im Jahr des Reformationsjubiläums - wie ein roter Faden durch den Nachmittag. Es erklang in unterschiedlichen Bearbeitungen aus allen Epochen und machte so deutlich, dass die Botschaft der Reformation bis heute nichts von ihrer mitreißenden Kraft verloren hat.

Der Dekanatskirchenchor unter der Leitung von Dekanatskantorin Kerstin Schatz erfüllte die Pfarrgasse mit frohen und innigen Liedern. Kirchenmusikdirektor Gerd Hennecke begleitete die zahlreichen Sängerinnen und Sänger dabei auf der Orgel.

Auch der Dekanatsgospelchor hatte "Ein feste Burg" einstudiert, allerdings mit englischem Text. Weitere kraftvolle Gospels zeigten, wie vielfältig, lebendig und mitreißend Kirchenmusik sein kann. So viele Besucher wie beim Kirchentag in Berlin hörten beim Dekanatskirchenmusiktag natürlich nicht zu, aber auch hier war die mobile Orgel (siehe Artikel oben) die große Sensation, und die Zuhörer waren begeistert, als Hennecke sie mit Wiener Walzern auf dem außergewöhnlichen Instrument unterhielt. Währenddessen genossen sie Kaffee und Kuchen und angeregte Gespräche.

Spiegel der Schöpfung

"Gott zur Ehre, den Menschen zur Freude" ist das Motto der Posaunenchöre. Der Dekanatsposaunenchor musizierte jetzt gemeinsam mit Hennecke, der Orgel spielte. Auch Orgelbauer Christoph Schindler mischte sich unter die Bläser. Als Kind hatte er bei Lehnerer Trompete spielen gelernt und hatte sichtlich Freude daran, wieder mit ihm zu musizieren. "In der Musik erleben wir einen Spiegel des Wunders der Schöpfung. In ihr erklingt ein Rest des Paradieses", sagte Dekan Karlhermann Schötz in der Schlussandacht. Durch die Musik wirke Gott, durch sie spreche er die Menschen an, durch sie tröstet er. Hinter der Macht der Musik stehe also die Macht Gottes.

DatenTechnische Daten der Lastwagenorgel:

Baujahr 1998

Einbau in 7,5-Tonner

28 Register

1830 Pfeifen und Zimbelstern
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