16.03.2017 - 17:46 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Förderverein des Stadtmuseums wählt nach Unstimmigkeiten neue Führungsmannschaft Seelsorger muss die Wogen glätten

Die Katastrophe konnte im letzten Moment abgewendet werden: Der Förderverein des Stadtmuseums hat einen neuen Vorstand und wird nicht aufgelöst. Ob er eine Zukunft hat, muss sich in den nächsten Monaten erweisen. Dass es zunächst weitergeht, wurde schon am Anfang der Jahreshauptversammlung des Fördervereins klar, als der Punkt "Auflösung des Vereins" mit großer Mehrheit von der Tagesordnung gestrichen wurde.

Der neue Vorstand um Peter Lang (vorne Mitte) mit Hausherr Bürgermeister Michael Göth (Zweiter von links), der sich erleichtert zeigte, dass die Auflösung des Vereins abgewendet werden konnte. Bild: gac
von Autor GACProfil

Erfolgreiche Ausstellungen

Museumsleiterin Edith Zimmermann ging auf die erfolgreichen Sonderausstellungen "Oh Kirwa lou net nou" und "Kaiser Karl IV. und Sulzbach" ein. Die Kirwa-Ausstellung habe 800 Besucher aus ganz Bayern verzeichnet, die teilweise extra deswegen nach Sulzbach-Rosenberg gekommen seien. Das Stadtmuseum sei also auch ein Wirtschaftsfaktor für die Stadt. Sie bedankte sich beim Förderverein für die Finanzierung der externen Beraterin und beim Stiber-Fähnlein für die tatkräftige Unterstützung bei den Museumstagen. Für die Zukunft wünschte sie sich wieder eine stärkere Mitarbeit des Fördervereins bei Veranstaltungen, weil das Museum insbesondere für die Bewirtung der Gäste nicht ausreichend Personal stellen könne.

An diesem Wunsch brach die Frustration der Mitglieder, die zu der drohenden Auflösung des Vereins geführt hatte, offen aus. "Glauben Sie, wir sind nur zum Kaffeekochen da?", fragte ein Mitglied erbost. Am gleichen Tag habe Zimmermann morgens die Annahme der vom Verein gespendeten Stühle verweigert und nachmittags um Hilfskräfte für den Ausschank gebeten. So könne man nicht zusammenarbeiten.

Die Antwort der Museumsleiterin machte deutlich, warum das Geschenk nicht willkommen war: Die Anschaffung der Stühle sei mit ihr in keiner Weise abgesprochen gewesen, den Liefertermin habe man ihr erst am Vortag mitgeteilt und zu diesem Zeitpunkt sei wegen einer großen Auf- und Umräumaktion kein Platz für die Stühle frei gewesen. Die nachfolgende Diskussion offenbarte den zu lösenden Grundkonflikt: Der Förderverein begreift sich als Leitungsgremium des Stadtmuseums, und die eigentliche Museumsleitung fühlt sich vom Verein im Stich gelassen. Lommer musste schließlich seinen Brotberuf als Seelsorger ins Spiel bringen und zu gegenseitigem Respekt mahnen.

Nach diesen Turbulenzen konnten die Mitglieder bei der Wahl die Sitzgurte wieder öffnen. Alle Vorstandsmitglieder wurden ohne Gegenstimmen gewählt. Der neue Vorsitzende Peter Lang erläuterte, welche Projekte ihm besonders am Herzen liegen: Die Umgestaltung der "Scheune" zu einem barrierefreien Multifunktionsraum und das P-Seminar des Herzog-Christian-August-Gymnasiums, das audiovisuelle Medien für das Museum entwickeln will.

Abschließend wurde diskutiert, woran die Herrichtung einer leerstehenden Wohnung im Feuerwehrhaus als Depot für Textilien bisher gescheitert ist. Zimmermann erklärte, dass vor Renovierungsarbeiten zunächst das vorhandene Raumklima ermittelt werden müsse. Der Förderverein wird die dafür notwendigen Geräte spenden. Vielleicht ist dies ja der Anfang einer gedeihlicheren Zusammenarbeit zwischen Förderverein und Museumsleitung. Für das Stadtmuseum wäre es sehr zu wünschen. (Zum Thema)

Vorstand

Vorsitzender: Peter Lang

2. Vorsitzender: Werner Hedrich

Kassier: Jörg Moser

Schriftführerin: Heidi Kernl

Beisitzer: Dr. Markus Lommer , Ingrid Lang , Margarethe Gebhardt , Ingrid Kurz , Maria Faltenbacher , Gerda Murner

Kassenprüfer: Christl Luber , Hans Renner

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