03.07.2017 - 20:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Fortgeschrittene Musikschüler und Musiklehrer präsentieren Perlen barocker Musik Nur der Grundriss überliefert

Michael Kämmle, Fachberater für Alte Musik beim Bayerischen Musikschulverband, ist tief in ein Archiv hinabgestiegen. Er hat den Staub von Jahrhunderten weggepustet und barocke Perlen zutage gefördert.

Die Junge Sulzbacher Hofmusik, erweitert um ein Fagott, zeigte Humor bei "Hannes und die Kartoffelsackpiraten".
von Autor COGProfil

Diese farbigen, funkelnden Schätze barocker Musik präsentierten fortgeschrittene Musikschüler, aber auch Musiklehrer aus ganz Nordbayern, die an einem Workshop zur Alten Musik teilgenommen hatten, einem begeisterten Publikum.

Die Junge Sulzbacher Hofmusik eröffnete die Matinee mit der "Suite F-Dur" von Christian Friedrich Witt. Munter, farbig und quicklebendig war dieser musikalische Morgengruß, dargeboten auf Blockflöten in Begleitung von Cembalo und Gitarre.

Zwei Instrumente der Barockzeit, die man heute nur noch selten erleben kann, sind die Theorbe, eine Basslaute, und die Traversflöte, eine Vorgängerin der modernen Querflöte. Auch sie erklangen, kunstvoll gespielt, in mehreren Stücken.

"Alte Musik", erläuterte Kämmle in den kurzen Umbaupausen, "ist meist nur wie die Grundrisszeichnung eines Schlosses überliefert." Das bedeute, dass der Musiker sich die Verzierungen selbst überlegen müsse, um die Stücke annähernd so zu spielen, wie sie in der Entstehungszeit gedacht waren: "Alte Musik hat viel mit Freiheit zu tun."

Eine besondere Herausforderung sei dies für den Spieler der Bassstimme. Der Basso Continuo sei oft nicht ausgeschrieben, sondern nur beziffert und müsse passend zu den Melodiestimmen improvisiert werden. Diese Herausforderung meisterten die Cembalisten, Cellisten und Lautenisten bravourös und erzielten so sehr elegante Wirkungen.

Während die Herzogstädter vor allem mit Flöten erfreuten, steuerte das Erlanger Ensemble für Alte Musik mit Cello und Violinen noch weitere Klangfarben bei. Francesco Mancinis "Concerto d-Moll" war eine erfrischende Ergänzung und rundete das sehr gelungene Konzert ab.

Hier spielten Kinder, Jugendliche und Erwachsene und auch im Publikum waren alle Altersgruppen vertreten. So konnte die Alte Musik, frisch, fröhlich und sachkundig interpretiert, auch heute die Generationen verbinden. Die Zuhörer dankten mit kräftigem Applaus und drückten ihre Zufriedenheit auch gern mit großzügigen Einlagen in die Spendenkörbchen am Ausgang aus.

Alte Musik hat viel mit Freiheit zu tun.Michael Kämmle
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