05.10.2017 - 18:22 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Friedrich Hirschl stellt seinen Gedichtband Stilles Theater im Literaturhaus Oberpfalz vor Poesie aus Natur und Alltag

Wenn der Lyriker Friedrich Hirschl seinen Blick durch Natur und Alltag schweifen lässt, sieht er tief hinein in das Wesen der Dinge.

Friedrich Hirschl
von Anke SchäferProfil

Passau/Sulzbach-Rosenberg. In seinem neuesten Gedichtband "Stilles Theater" (edition lichtung) hat er aus diesen Eindrücken farbenprächtige Miniaturen voller Wortwitz und Hintersinn geformt. Am Donnerstag, 12. Oktober um 19.30 Uhr, ist er zu Gast im Literaturhaus Oberpfalz. Vor der Lesung, die von Bassist Stefan Rimek und Klarinettist Heiner Weigert musikalisch begleitet wird, hat er sich Zeit genommen für die Fragen der Kulturredaktion.

Warum ist Lyrik für Sie die ideale Form des kreativen Ausdrucks?

Friedrich Hirschl: Sie ist es aufgrund eines Drangs in mir zur enormen Verdichtung und weil ich in ihr indirekt, also in Bildern, das zum Ausdruck bringen kann, von dem ich ergriffen bin und mich nicht mehr loslässt, bis es Wort geworden ist. Das Sprechen in Bildern ist außerdem konkret und abstrakt zugleich, so dass es die Fantasie des Lesers oder Hörers anregt und ihn zum erweiterten Autor werden lässt.

Haben Sie immer etwas zum Schreiben dabei, um Inspirationen sofort festzuhalten?

Ja, ich habe immer ein kleines Notizbuch und zwei Kugelschreiber - falls einer ausfällt - dabei , wo immer ich auch unterwegs bin, um das, was mir zufällt, geschenkt wird gleich festzuhalten, damit es nicht verloren geht.

Brauchen Sie einen festen Platz und eine feste Zeit zum Verfassen Ihrer Gedichte oder sprudelt Ihre Lyrik immer und überall?

Ich bin täglich, mit wenigen Ausnahmen, zumeist abends oder nachts zu Fuß (das ist die passende Fortbewegungsart) etwa eine Stunde unterwegs. Dabei versuche ich mit wachen Sinnen ganz offen zu sein für Neues. Ich fühle mich beglückt, wenn mir ein originelles Wortbild zufällt, ja auf einmal da ist. Es ist ein Geschenk, für mich als Theologe und gläubigen Menschen, der aus der innigen Beziehung mit diesem "Großen Du" lebt, Kraft und Mut schöpft, ein Geschenk Gottes. Originelle Wortbilder sind bei mir Voraussetzung, dass überhaupt durch Assoziation Gedichte entstehen können. Auch das geschieht zumeist unterwegs und plötzlich. Auch dazu kann ich nicht entscheidend beitragen. Auch das ist letztlich Geschenk.

Wie viel Zeit war nötig, um Ihren neuen Lyrikband "Stilles Theater" zusammenzustellen?

Etwa vier Jahre.

Bedauern Sie, dass Lyrik im heutigen Literaturbetrieb nur noch ein Nischendasein fristet?

Ja sehr, weil sie für unsere Zeit, in der immer weniger Zeit fürs Lesen bleibt, aufgrund der Kürze der Gedichte genau passt. Hinzu kommt noch, dass sie die Fantasie beflügelt und zum Nachdenken anregt.

Entfalten Gedichte eine andere Wirkung, wenn sie der Dichter persönlich vorträgt?

Davon bin ich fest überzeugt, weil er in der Weise seines Vortrags, in der viel von seiner Persönlichkeit steckt, seine Gedichte wie kein anderer zum Leben erwecken und damit auch zu ihrem Verständnis beitragen kann.

Haben Sie Freude am direkten Austausch mit dem Publikum?

Ja, ich beantworte im Anschluss an meine Lesungen gerne die Fragen aus dem Publikum und kann dabei selbst was lernen.

Ihre Lesung im Literaturhaus Oberpfalz wird musikalisch begleitet. Wie fügen sich diese Klänge in das "Stille Theater" ein?

Ich bin mit den Musikern Stefan Rimek und Heiner Weigert schon aufgetreten. Sie kennen meine Dichtung und ihre Themen. Ich freue mich, dass sie meine Lesung im Literaturhaus Oberpfalz begleiten. Vor der Veranstaltung zeige ich ihnen, was ich aus meinem neuen Buch lese und an welchen Stellen ich gerne Musik hätte. Sie wählen dann aus ihrem Repertoire die passenden Stücke aus. Wie sich diese Klänge in das "Stille Theater" einfügen, das wird sich bei der Veranstaltung zeigen.

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Reservierungen unter Telefon 09661/8159590 oder E-Mail an info[at]literaturarchiv[dot]de.

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