Helmut A. Binser im Seidelsaal
Hackstock und Frauenversteher

"Den Führerschein hams mir zwickt", erzählt Helmut A. Binser. Über ein Jahr lang habe er mit dem Bulldog ins Wirtshaus fahren müssen. Bild: hka
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
12.12.2016
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Zwei Abende mit ein und demselben Künstler, zweimal ein volles Haus, das ist auch für den Seidel-Saal nicht alltäglich. Der das schafft ist "einer wie wir", ein echter Oberpfälzer, der als Tourbusfahrer anfing und heute ein erfolgreicher Musikkabarettist ist. Helmut A. Binsers Erfolgsrezept: Er bringt die Leute zum Lachen.

Von Helga Kamm

"Binser, wie kommst etz du auf den Schmarrn?", wird er manchmal gefragt und gibt sich dann ein wenig gekränkt. Denn seine skurrilen und witzigen Texte und Lieder sind echt, entstehen aus eigenem Erleben in seiner heimatlichen Umgebung, beteuert er.

In seinem dritten Bühnenprogramm "Wie im Himmel" zeichnet er im schönsten Oberpfälzer Dialekt die Leute aus seinem Waldlerdorf Runding, in dem er immer noch der Martin Schönberger ist.

Mit Schnupftabak

Auf seiner Gitarre haben sich Künstlerfreunde wie Fredl Fesl verewigt, solche die älter, bekannter sind als er, der erst 2009 seinen ersten offiziellen Auftritt hatte. Mittlerweile sind es mehrere hundert, der 36-Jährige wurde zu einem gefragten Musikkabarettisten. Er ist unterwegs in Bayern, Baden-Württemberg und Österreich mit Gitarre, Knopfharmonika und "krachertem" wie auch hintersinnigem Liedgut. Sein Beruf ist für ihn der schönste der Welt, sagt er. "Wenn ich das Publikum zum Lachen bringen kann, ist das für mich noch wichtiger als der Applaus." Damit hat er an den beiden Abenden im Seidel-Saal kein Problem. Er ist - ganz in Schwarz und mit Hut - ein bayerisches Original: lebenslustig, humorvoll und zünftig, trinkt auf der Bühne Bier und schnupft, beherrscht das Spiel mit dem Publikum, ist ein Künstler zum Anfassen und Gernhaben. Man glaubt ihm aufs Wort die Geschichten aus seinem Dorf, wenn er vom Metzger Bolzn-Berti erzählt, dem Fliesenleger Mirtl und den anderen Stammtischbrüdern, von seiner Oma, die im Sommer den Nikolaus kommen lässt wegen der ungebärdigen Enkel. Er outet sich als Fußballfan und beschreibt das Spiel Rundling gegen Reindorf als "Bürgerkrieg", singt und spielt dazu das "Derby-Lied", beschreibt, "wie da Schiri ghaut wird".

Wie im Himmel

Spitzbübisch und lässig agiert er auf der Bühne, erfrischend sind die Pointen und Wortspiele, hintersinnig und witzig die Anekdoten, die in seinem scheinbar recht beschaulichen Leben passieren. Dazu zitiert er aus seinem Beziehungsratgeber "Vom Hackstock zum Frauenversteher", bietet seine Tonträger an und philosophiert über seine "Hobbys" Schnupfen und Mopedfahren.

Höhepunkte sind das "Hochzeitslied" und als eine der Zugaben das von den "greislichen Menschen dieser Welt", die er aber für "die wichtigsten" hält. Mehr als zwei Stunden lang bringt er das Publikum im Seidel-Saal zum Lachen, Jubeln und Klatschen. Und das, so sagt er, sind auch für ihn Glücksmomente. Wenn er auf der Bühne stehe, fühle er sich - wie der Name seines Bühnenprogramms sagt - wie im Himmel.
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