12.05.2017 - 20:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Interview mit Autor Jonas Lüscher Jonas Lüscher stellt seinen Debütroman im Literaturhaus Oberpfalz vor

Von Anke Schäfer

Jonas Lüschers Novelle "Frühling der Barbaren" (2013) entwickelte sich zum Bestseller, brachte ihm zahlreiche Preise ein und wurde in viele Sprachen übersetzt. Mit seinem gefeierten Debütroman "Kraft" ist Lüscher jetzt im Literaturhaus zu Gast. Bild: Ekko von Schwichow
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Sulzbach-Rosenberg . Ein vor dem Scherbenhaufen seiner Existenz stehender Rhetorikprofessor lässt sich vom ganz großen Geld verführen: Mit seinem Romandebüt "Kraft" legte Schriftsteller Jonas Lüscher einen der Top-Titel des Frühjahrs vor. Warum die Kritik auch den Nachfolger der mehrfach preisgekrönten Novelle "Frühling der Barbaren" feiert, lässt sich am Donnerstag, 18. Mai, um 19.30 Uhr im Literaturhaus Oberpfalz live erleben. Moderiert wird der Abend von Thomas Geiger vom Literarischen Colloquium Berlin. Ein paar Fragen hat uns Jonas Lüscher schon vorab beantwortet:

Hatten Sie die Idee zu "Kraft" schon lange im Kopf oder fungierten die jüngeren Verwerfungen in Weltpolitik und Wirtschaft als Initialzündung?

Jonas Lüscher: Die Idee zu "Kraft" entstand Anfang 2013, als ich für neun Monate als Gastwissenschaftler an der Stanford University zu Besuch im Silicon Valley war.

Hatten Sie zu irgendeinem Zeitpunkt des Schreibens Mitleid mit Ihrem Helden?

Ja, gelegentlich schon, aber da muss er durch.

Halten Sie persönlich die Eine-Million-Dollar-Ausgangskonstellation Ihres Romans für ein unmoralisches Angebot?

Vielleicht nicht unmoralisch, aber etwas obszön und in der konkreten Fragestellung für reichlich vulgär.

Glauben Sie, dass die Literatur in der von Ihnen so schonungslos skizzierten, aktuellen Welt- und Gesellschaftslage eine eigene Kraft entwickeln kann oder vielleicht sogar muss?

Ja, als Korrektiv zum gegenwärtigen quantitativen Überhang brauchen wir die Literatur. Ob sie allerdings bedeutend genug bleibt? Da bin ich mir nicht immer ganz sicher.

Ihre beiden Werke werden von der Literaturkritik begeistert gefeiert. Schleicht sich da für zukünftige Projekte so etwas wie Erwartungsdruck in den Hinterkopf?

Durchaus, aber im konkreten Moment des Schreibens, kann ich das ganz gut ausblenden.

Gibt es schon Skizzen oder mehr für einen Nachfolge-Roman?

Ideen und auch zwei, drei Romananfänge.

Die Liste der anstehenden Lesungstermine ist lang, wie halten Sie sich für diesen speziellen Marathon frisch und fit?

Gar nicht. Ich versuche, es einfach zu überstehen. Es ist ein ziemlich ungesundes Leben: Schweres Kneipenessen zu später Stunde, reichlich Alkohol, deprimierende Hotelzimmer, Frühstücksbuffet, viele Stunden im Zug. Aber für ein paar Monate geht das schon. Danach sitze ich ja wieder am Schreibtisch und gehe regelmäßig laufen.

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Reservierungen und Informationen unter Telefon 09661/815959-0 oder info[at]literaturarchiv[dot]de.

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