30.06.2017 - 14:48 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Jahreskonzuert der Bergknappenkapelle Mit Pauken, Trompeten und einem Flügel

Der Bergbau in der Stadt ist seit 40 Jahren tot. Ein Stück Bergmannstradition aber ist noch sehr lebendig: die Bergknappenkapelle. Seit 1897 gibt es sie, seit elf Jahren ist ihr Jahreskonzert ein Höhepunkt im Reigen der musikalischen Veranstaltungen - heuer erstmals bereichert durch eine Konzertpianistin.

Ein Novum in der Geschichte der Bergknappenkapelle war das Zusammenspiel mit Lisa Milyukova am Flügel.
von Helga KammProfil

35 Frauen und Männer im Alter von 14 bis 75 Jahren spielen in der Stadtkapelle - oder eben Bergknappenkapelle. Sie tragen den schwarzen Bergmannskittel und haben den Tschako mit dem roten Federbusch mitgebracht. Und sie haben ihr Publikum. Auch zum Jahreskonzert - traditionell am Donnerstag nach dem Altstadtfest - war die Aula der Krötensee-Mittelschule voll.

Auffallend viele junge Gesichter sind unter den Musikern zu sehen. Für Johannes Mühldorfer, Leiter des Orchesters und seit einem Jahr offiziell Stadtkapellmeister, ist der "fließende Übergang" von alten Hasen zum Nachwuchs unumgänglich, damit die Tradition fortbesteht.

So breitgefächert wie das Alter der Mitwirkenden ist auch das Repertoire der Stadtkapelle angelegt. Das Programm des Abends brachte Kompositionen des 19. Jahrhunderts, Strauß-Walzer, Abba-Medley und ein anspruchsvolles Konzert für Klavier und Blasorchester zusammen. Solisten wie der Posaunist Tim Winkler, die Trompeter Michael Heinz und Johannes Engelhard und insbesondere der erst 13-jährige Ben Hartmann, Solo-Xylophonist und frisch gebackener Bundespreisträger bei "Jugend musiziert", waren eine gefeierte Bereicherung der Darbietungen.

Stargast war die Konzertpianistin Lisa Milyukova. Ihr von Kees Vlak komponiertes "Westerncoast Concerto" am Flügel zusammen mit dem Blasorchester kann als ein gelungenes Novum in der Stadt und im weiteren Umkreis betrachtet werden. Dass ihr Spiel nicht "unterging" in der Klangfülle des Orchesters, dafür sorgte ein Profi: Max Gellfart am Mischpult.

Aber auch die Kapelle als Ganzes zeigte Können und Spielfreude. Die Streiche von Max und Moritz, die Atmosphäre in einem tschechischen Zirkus, die Eröffnungs-Hymne Festalis: All diese Inhalte und Stimmungen, die Gefühle und Rhythmen, zeichneten die Musiker mit ihren Instrumenten nach. Von den kleinen Flöten über die mittleren Blasinstrumente bis hin zu den großen Bass-Tuben, Trommeln und Schlagwerken gab es ein harmonisches Zusammenspiel aller, eine gewaltige Klangfülle, gleichzeitig eine Spielfreunde auch bei den nicht immer leichten Passagen der zeitgenössischen Stücke.

Blumen gab es an diesem Abend für zwei Frauen: einmal für die an der Sing- und Musikschule tätige Milyukova, zum anderen für Alexandra Ottmann. Der Musikerin und Vorsitzenden des Fördervereins dankte Johannes Mühldorfer "für die meiste Arbeit im Hintergrund". Aber auch in vorderer Front agiert Ottmann bei jedem Jahreskonzert. Sie führt als Moderatorin gekonnt und charmant von Stück zu Stück. Der bewegende Abschluss auch dieses Jahreskonzerts war der Glückauf-Marsch und das Lied der Bergleute, vom Publikum stehend mitgesungen.

Wiederhören

Wer die Bergknappenkapelle wieder hören will, muss nicht lange warten: Am Freitag, 7. Juli, gibt sie um 17 Uhr ein "Baustellenkonzert" bei der Förderschule. (hka)

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