13.02.2017 - 20:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Jubiläumskonzert von Austria 7 im Capitol Wieder voll reingehauen

"Merkst du net, wier i mi bei dir einehau? Weil du bist für mich die Überfrau. Komm, lass dich pflücken, du Rose aus Stadlau!", heißt es in einem alten Ambros-Kracher. Ähnlich reingehauen hat sich die Austria 7 beim Konzert im Capitol am Samstag.

Überragender Zuspruch und beste Stimmung im ehemaligen Kino Capitol dank Austria 7 (von links): Martin Preischl, Konrad Bechtl, Markus Zeidler, Jürgen Schafberger, Max Gellfart, Christian Thumann und Jochen Windl. Bild: Royer
von Andreas Royer Kontakt Profil

Und das Publikum ließ sich dabei ebenfalls gerne pflücken - natürlich im Sinne von voll mitreißen. "Sind jetzt da auch echte Österreicher mit auf der Bühne?", war eine oft gehörte Frage am Samstagabend im Capitol, wo die Kult-Band Austria 7 anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens zum Konzert geladen hatte.

Wie es Frontman Jürgen Schafberger bereits eingangs formulierte, sollten dadurch auch einmal wieder alle Fans aus Sulzbach-Rosenberg und Umgebung in den Genuss von Austropop und Wiener Schmäh kommen. Und die Formation versprach wirklich nicht zu viel. Schon lange vor Beginn waren im Capitol an der Bayreuther Straße nur noch wenige Stehplätze frei - alles deutete auf einen Abend der besonderen Art hin, die Stimmung der Fans von Fendrich, Danzer, Ambros und Co. war prächtig. Doch das Phänomen Austria 7 lässt sich nicht alleine durch das Covern der Songs von allseits bekannten Interpreten erklären - es gehört viel mehr dazu.

Akzente setzen

Bandgründer Joschi Windl war vor zehn Jahren ausgezogen, um neue musikalische Akzente zu setzen. Es entstand die Idee, eine Austropop-Band ins Leben zu rufen, die sich der Musik der erfolgreichsten österreichischen Liedermacher annehmen sollte. Und dies tut sie nun schon bereits seit zehn Jahren.

Knapp 30 Stücke hatten die sieben Wahl-Österreicher zum Jubel-Gig ins Capitol mitgebracht. Das unschlagbare Rezept dabei: Man nehme beispielsweise ein bekanntes Ambros-Stück wie "Zwickts me", leite dazu in unnachahmlicher Art und in Person von Jürgen Schafberger mit original Akzent und Wiener Schmäh über, und würze das Ganze mit perfekt vorgetragener Musik und schnörkellosen, meist mehrstimmigem Gesang. Es gab keine Nummer ohne Geschichte, das Publikum erfuhr vieles über manche Eigenheiten der Original-Interpreten, Vorgänge in der Alpenrepublik oder landeskundliche Impulse (wer kennt schon den 10. Wiener Stadtbezirk "Favoriten" oder weiß, dass ein "Knierer" ein untertäniger Mensch ist?).

Stark vertreten sind in der Setlist natürlich die Songs der berühmten Austria 3 Rainhard Fendrich, Georg Danzer und Wolfgang Ambros. Darüber hinaus gehören aber auch Stücke von STS, Falco oder Peter Kornelius zum festen Repertoire der sieben Musiker. Es ging richtig ab im Capitol - inklusive Luftballon-Deko, Geburtstagsständchen, Sternewerfer, Leuchtstäbchen und Sammel-Hut. Stets mit viel Beifall quittierte das Publikum Nummern wie "Es lebe der Sport", "Kalt und immer kälter", Strada del Sole", "Irgendwann bleib i dann durt", "Du entschuldige i kenn di", Macho-Macho", oder "Du vastehst me ned!". Urlaubsgefühle oder Fernweh weckten "Reif für die Insel" und "Irgendwann bleib i dann durt".

Für Generationen

Und noch eine Besonderheit: Austria 7 sprechen mit ihrem Programm ein generationsübergreifendes Publikum an. Die Bandbreite reicht dabei von Rock, Blues. Jazz, Tanzmusik und lateinamerikanischen Rhythmen bis hin zu Kuschelstücken. Bei jedem Song wurde mitgesungen und getanzt - ein ganzer Saal in ständiger Bewegung!

Ihr Meisterstück lieferte die Band schließlich mit der Danzer-Nummer "Weiße Pferde" aus dem Jahr 1998 ab. Feurig-südländisch arrangiert mit nachdenklicher Note - einfach klasse. Nach einigen frenetisch geforderten Zugaben war dann Schluss und Austria 7 versprach: "Am Altstadtfest sehen wir uns wieder!"

Austria 7

Jochen Windl (Gesang/Schlaggitarre), Jürgen Schafberger (Gesang, Schlaggitarre, Frontman, Moderator), Konrad Bechtl (Gesang/Schlaggitarre), Christian Thumann (Elektrobass), Markus Zeidler (Elektrogitarre), Martin Preischl (Piano und Keyboards), Max Gellfart (Schlagzeug). (oy)

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