19.12.2017 - 17:26 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Konzert der Städtischen Sing- und Musikschule in der Christuskirche Musik-Sterne gehen auf

Zwischen gleißendem Scheinwerferlicht und warmem Kerzenschein ließ die Städtische Sing- und Musikschule (SMS) in der Christuskirche einen musikalischen Stern nach dem anderen aufgehen. Als literarischer Fixstern fungierte Mundart-Dichter Dieter Radl mit Gedanken rund um den Advent.

Elizabeth Schmid und Emil Radl musizierten Weihnachtliches auf dem Fagott. Bilder: aks (2)
von Anke SchäferProfil

Musik und Wort allein reichten der SMS jedoch nicht aus, um dem Publikum ein großes Weihnachtskonzert-Erlebnis zu bieten. Zur Abwechslung zwischen Altarraum und Empore setzte man diesmal auch Licht in unterschiedlichsten Varianten von strahlend hell bis dämmrig-dunkel als begleitenden Effekt ein.

Vikar Stefan R. Fischer musste sich nicht weit aus dem Fenster lehnen, um bereits in der Begrüßung eine geschenkte Zeit zu prophezeien, über die man sich von Herzen freuen könne. Und es müssen keineswegs immer nur Bach, Humperdinck oder Tschaikowsky sein, um weihnachtlicher Vorfreude den richtigen Ton zu geben.

Die vom Blechbläserensemble mit Grandezza vorgetragene klassische "Fanfare" und das moderne "Integrity" ließen in Sachen Festlichkeit ebenso wenig zu wünschen übrig, wie das von Richard Hubert mit dem Jugendorchester einstudierte Corelli-Concerto-Grosso. Einen fröhlichen Akzent platzierte das Geigenensemble, am Klavier unterstützt durch Gabriele Werner, mit einem Konzertsatz von Friedrich Seitz.

Den zahllosen schmalzigen Cover-Versionen von Leonhard Cohens Hit "Hallelujah" setzten die Violinisten Dennis Kind, Anja Pilhofer, Eva Langer und Cellistin Anna Rösch eine hörenswerte, klassisch reduzierte Version entgegen. Dass sich sechs Querflötisten nicht vor großer Oper fürchten, bewies ihre faszinierende Version der Nabucco-Ouvertüre. Das Cello-Quartett hielt sich dagegen an eine Mozart-Sonate und Haydn-Menuetto.

Mit feinen Gitarren-Klängen aus der Feder von Peter Horton spielten sich Nicole Dudek und Cam Dao Cao in die Herzen der Zuhörer. Deutlich sperriger gestaltete sich die Darbietung des Ensembles Clairesombre, dessen Blockflötentöne aus Agnes Dorwarths "Vogelbuch" auf der Empore von barockem Couperin und William im Altarraum erwidert wurden. Aber auch bei den traditionell weihnachtlichen Elementen wucherte die SMS mit ihrem beachtlichen Talentpfunden: Das Fagottensemble um Elizabeth Schmid, Emil Radl und Achim Groth ließ mit eingängigen Weihnachtsliedern aufhorchen, Viktoria Dechant (Akkordeon) und SMS-Leiter Steffen Weber (Querflöte) rührten mit "Schlaf wohl, du Himmelsknabe", "Imperial" und "Auf dem Berge, da wehet der Wind".

Die gesungene Vorfreude oblag Franz-Xaver Reinprecht und seinem Multichor, der den Bogen von "Gaudete" bis "Tausend Sterne sind ein Dom" spannte. Beim großen Finale teilten Sänger und Jugendorchester die Bühne im Altarraum, um gemeinsam Lorenz Meierhofers "In nomine" und "Kyrie eleison" erklingen zu lassen.

Der Schlussapplaus schließlich galt den Musikern ebenso wie Dieter Radl, der sich in seinen Texten mit Dunkelheit, Licht, Freude, Familie, Stille und Ruhe auch, aber nicht nur zur Advents- und Weihnachtszeit auseinandersetzte.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.