31.03.2017 - 20:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Konzert mit dem Stuttgarter Kammerorchester: Mit Spielfreude und Präzision

Von Corinna Groth

Mit einem herausragenden Konzert überzeugte das Stuttgarter Kammerorchester in Sulzbach-Rosenberg. Bild: gf
von Autor COGProfil

Sulzbach-Rosenberg. Da ist dem Kammermusikkreis der VHS Amberg-Sulzbach ein besonderer Coup gelungen: Das international renommierte Stuttgarter Kammerorchester (SKO) kommt zu einem Gastspiel nach Sulzbach-Rosenberg. Kein Wunder, dass Musikfreunde am Mittwoch von nah und fern herbeiströmen und der Saal deutlich enger als sonst bestuhlt werden muss.

Schon bei den ersten Tönen von Wolfgang Amadeus Mozarts Divertimento B-Dur, mit dem die Stuttgarter das Konzert eröffnen, beeindruckt die außergewöhnliche Homogenität der Musiker. Unter der Führung von Konzertmeister Bogdan Božovic präsentieren sie das Divertimento mit spürbarer Spielfreude, absoluter Präzision und sehr ausgewogenem Klang, obwohl eine der Ersten Geigen krank war.

Kluge Ausgewogenheit

Die anderen Violinisten vermögen mit kluger Ausgewogenheit und einfühlsamem Aufeinandereingehen die harmonische Rundheit zu gestalten, für die das "SKO" bekannt ist. Ob bei den gesättigten, kraftvollen Tuttipassagen oder beim sinnlichen Piano, immer kann man die Verbundenheit der Musiker spüren.

Beim Konzert für Cello und Orchester C-Dur von Joseph Haydn übernimmt Nikolaus von Bülow den Solopart. Mit wunderbar singendem Ton, dabei frisch und lebendig gestaltet er das Moderato. Er schwelgt geradezu im gefühlvollen Adagio, lebt die Töne, scheint sie zu atmen. Vibrierende Vitalität macht das hoch virtuose Allegro molto zu einem ganz besonderen Genuss. Das Publikum feiert den Solisten mit stürmischem Applaus, bis er als Zugabe ohne Orchesterbegleitung einen Bossa Nova spielt, den er als sehnsuchtsvolle Klage interpretiert.

Wärme und Gemütstiefe

Alle Klangfarben der Streicher nutzt Tschaikowsky in seiner Serenade C-Dur. Das Orchester lässt sie mit stürmischer Leidenschaft im 1. Satz, mit eleganter Würde im 3., mit Wärme und Gemütstiefe im 4. Satz erblühen. Hier entwickelt sich das kraftvolle russische Thema aus einem traumhaft schönen, empfindsamen Pianissimo. Es gibt keine oberflächliche Effekthascherei, niemand drängt sich in den Vordergrund. Die Stuttgarter bieten vollendete Orchestermusik. Großartig!

Nach stürmischem Applaus wiederholt das Orchester den Walzer aus Tschaikowskys Serenade. Jetzt ist er noch duftiger, hat noch mehr schwebende Leichtigkeit und Charme. In den Klängen ist ein Lächeln hörbar. Ein zauberhafter Abschluss für ein herausragendes Konzert.

 

 

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