19.02.2018 - 20:00 Uhr
Sulzbach-Rosenberg

Krimidinner mit den Cool y narrischen Rätsel um perfekten Ehemann

Ein phänomenales Krimipuzzle: Die Cool y Narrischen unter Federführung von Heidrun Hahn, entstanden aus einer ehemaligen Theatergruppe der Realschule in Sulzbach-Rosenberg, sind mit "Der perfekte Ehemann" im Bühneneinsatz. Es wird turbulent.

Die Schwiegereltern sind sich in Bezug auf ihren Schwiegersohn nicht so ganz einig. Bild: bba
von Wolfgang LorenzProfil

Neukirchen/Sulzbach-Rosenberg. Die Zuschauer im Neukirchner Hof waren über drei Stunden Zeuge eines außergewöhnlichen "Falles" und vom Anfang bis zur Aufklärung begeistert. Im vollen Saal hatten die Cool y Narrischen fünf Szenen zubereitet, garniert mit einem Vier-Gänge-Menü und jazzigen Musikelementen von Tobi Mayerl (Klavier) und Antje Storch (Schlagzeug und Querflöte). Das Publikum wurde auch gesanglich mit in dieses Krimirätsel einbezogen und die heitere Atmosphäre des Stücksgekonnt untermalt.

Wie schon bei den vorausgegangenen Aufführungen (Kulinarisches vor Gericht und Es(s)kapaden) kam das Ensemble mit wenig Requisiten aus: Der Handlungsstrang war ein Kriminalfall: Die Ehefrau des Schriftstellers Oscar Wilde (Jörg Kreussel) ist verschwunden, der Ehemann meldet dies der Polizei (Carmen Grahlmann und Thomas Spörer) und verwickelt sich in Widersprüche. Die Polizei untersucht den Fall, der verpeilte Ehemann steht im Fokus der Ermittlungen. Die neugierige und stets präsente Nachbarin (Carolin Ortlieb) stellt verschiedenste Vermutungen über dieses Verbrechen an, die Pressereporterin (Bettina Bauer) ist auf der Suche nach der total heißen Story und die Eltern der vermissten Ehefrau (Stefanie Bär und Robert Kramel) haben grundlegend unterschiedliche Ansichten über ihren Schwiergersohn und verhalten sich zudem sehr seltsam. Schwierig zu durchschauen ist auch die sphinxhafte Geliebte des Künstlers (Sabine Prün).

Eigentlich eine gut überschaubare Handlung, die es aber in sich hat, denn während die Polizei ermittelt, spielen verschiedene Motive eine Rolle, die zunächst logisch erscheinen, dann aber wieder alles in Frage stellen. Eine klare Beweislage mischte sich mit verworren wirkenden Fäden, die das Publikum zu entwirren hatte. Spielte Geld eine Rolle? Oder war es doch Eifersucht? Oder steckte hinter diesem Verschwinden ein Gewaltverbrechen, denn es gab verwischte Blutspuren, aber keine Leiche. Oder doch etwas ganz Anderes?

Dazu kam eine außergewöhnliche Beigabe, denn die Darsteller überzeugtenauch mit Zitaten aus der großen Literatur wie ""Ich hab so viel für Dich getan, dass mir zu tun fast nichts mehr bleibt" aus Faust, die mit einer beeindruckenden Bühnensprache in den "perfekten Ehemann" eingebaut wurden.

Die faszinierten Zuschauer erlebten einen unterhaltsamen Abend zum Mitraten und -denken, der sie aber auch mit tiefsinnigen Überlegungen konfrontierte. Die Frage nach dem Schein und Sein wird manchen Gast sicherlich noch eine Weile begleiten.

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