18.07.2017 - 20:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Literateraturarchiv Sulzbach-Rosenberg feiert Geburtstag 40 Jahre Literatur in der Provinz

Seit vier Jahrzehnten bereichert das Literaturarchiv das kulturelle Leben der Herzogstadt und weit darüber hinaus. Was sein Gründungsvater Walter Höllerer seinerzeit schon treffsicher ahnte, hat sich beim Geburtstags-Fest bestätigt: "Provinz ist eine Möglichkeit."

Zum 40. Geburtstag ließen (von links) Vorsitzender Heribert Tommek, Bürgermeister Michael Göth, Programmleiterin Patricia Preuß, wissenschaftlicher Leiter Michael Peter Hehl und Landrat Richard Reisinger das Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg hochleben. Bild: aks
von Anke SchäferProfil

Die "Möglichkeit" hat sich im Falle des Literaturarchivs Sulzbach-Rosenberg zu einer beachtlichen Größe im deutschen Literaturbetrieb gemausert, wie der Vorsitzende, Privatdozent Dr. Heribert Tommek, mit seiner Revue aus 40 Jahren bewies.

Am 4. November 1977 offiziell aus der Taufe gehoben, machte sich das Literaturarchiv vor allem dank der großzügigen Unterstützung des in Sulzbach-Rosenberg geborenen Schriftstellers und Literaturkritikers Walter Höllerer schnell einen herausragenden Namen. Selbstverständlich hat auch Höllerers umfangreicher Nachlass in den Mauern des ehemaligen Amtgerichts seine wohlbehütete Bleibe gefunden.

Zu diesem wohl größten Schatz des Hauses, das seit 2010 den Doppelnamen Literaturhaus Oberpfalz/Literaturarchiv führt, zählen des weiteren zahlreiche Erinnerungen an die legendäre Gruppe 47, das Archiv des Viechtacher Lichtung-Verlags, die Teilvorlässe von Eckhard Henscheid und Bernhard Setzwein und natürlich der berühmte "Pariser Koffer" des Literaturnobelpreisträgers Günter Grass.

Letzterer hat hier ebenso gelesen wie Martin Walser und unzählige weitere herausragende Literaten der Gegenwart. Stolz verwies Heribert Tommek, der seit drei Jahren den Vorsitz des Literaturarchivs innehat, auf die vielfältige lokale und internationale Vernetzung. Dabei nehmen die tschechischen Nachbarn einen besonderen Stellenwert ein.

Damit man weiterhin eine erste Adresse bleibt, hat das Literaturarchiv mutig diverse bauliche und präsentationstechnische Modernisierungen ins Rollen gebracht. Schließlich habe schon Walter Höllerer im Literaturarchiv einen "Ort der Zukunft" gesehen.

Bürgermeister Michael Göth, der zugleich als 2. Vorsitzender des Literaturarchivs in Amt und Würden ist, hob den guten Ruf des Hauses und den dadurch mitgetragenen guten Ruf der kulturellen Einrichtungen der Stadt Sulzbach-Rosenberg hervor. Den finanziellen Beitrag, den die Stadt zu dieser Erfolgsgeschichte leistet, ließ er nicht unerwähnt.

Landrat Richard Reisinger freute sich darüber, dass es "in diesem Hause nicht verpönt ist, ein Manuskript mit sich zu führen". Selbiges diente aber höchstens als kleine Stütze bei der Würdigung des Literaturarchivs als "identitätsstiftendem Anknüpfungspunkt" in der Außenwahrnehmung und als "wertvolle Begegnungsstätte für die mehrheitlich Bibliophilen auch in der Provinz". Der Landkreis sei dabei ein "bescheidener, aber regulärer Zuschussgeber - und dabei soll es auch bleiben".

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.