Musiker aus Südamerika im Capitol
Dem Feuer Chiles erlegen

Gustavo Valdés und Juan "El Negro" Cruz aus Chile begeisterten die Zuhörer im Capitol mit ihrer handgemachten Musik. Bild: cog
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
05.12.2016
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Chile liegt am anderen Ende der Welt - oder gleich nebenan, im Capitol. Dort spielten Gustavo Valdés und Juan "El Negro" Cruz, zwei Musiker aus Südamerika, die gerade in Deutschland angekommen sind, und gaben den Besuchern ihres Konzerts einen kleinen Urlaub vom eisigen, dunklen Dezember.

Fast zwei Dutzend Instrumente standen auf der Bühne. Die Gitarren und Cajóns kannten die Besucher des Konzerts, daneben gab es aber auch Flöten und Zupfinstrumente, die die meisten noch nie gesehen hatten.

Da erklangen ein Charango, ein kleines Zupfinstrument, dessen Korpus früher aus dem Panzer eines Gürteltiers gebaut wurde, ein Cuatro, der einer kleineren vierseitigen Gitarre ähnelt, die Andenflöte Quena und die Zampoña, die an eine Panflöte erinnert.

Damit und vor allem mit ihrem ausdrucksstarken zweistimmigen Gesang zauberten die beiden Chilenen den südamerikanischen Altiplano herbei. Eigenkompositionen der beiden Musiker, die in ihrem Heimatort Rauco zusammen in der Band Antara spielen, traditionelle Lieder und Stücke von anderen Bands zeigten die Vielfalt der Andenmusik. Da gab es wunderschöne, zärtliche Liebeslieder, ermutigende und zugleich sehr poetische wie "Volará", humorvolle, aber auch politische Stücke. Ein Protestsong wie "Las barricadas" oder "Lo principal", das von einem kleinen Fluss erzählt, der immer weiter verschmutzt wird und zu versiegen droht, zeigten auch die schwierigen Seiten des Lebens, die vor allem die Ureinwohner treffen.

Norma Brand, Valdés' Schwester, ergänzte mit ihrem mitreißenden Gesang einige der Stücke, und immer wieder begleitete Anja Kretz die Darbietungen einfühlsam auf der Bratsche. Wunderbar war die Hymne "Todo cambia". Als sie über die Liebe zur Heimat und ihren Menschen sang, überlief die Zuhörer eine Gänsehaut. Großartig!

Mitreißende Session

Vieles entwickelte sich spontan. So verteilte Valdés im Publikum kleine Percussionsinstrumente, und die Oberpfälzer, obwohl unvertraut mit den südamerikanischen Rhythmen, begleiteten die Lieder. Sie tanzten zwar trotz mehrfacher Einladung nicht, aber einige Füße im Saal wippten. Die Zuhörer klatschten mit, und bei "La bamba" sangen sogar einige lauthals den Refrain. So war das Konzert eine wunderbar lebendige, mitreißende Jam-Session. Das Publikum klatschte begeistert und forderte die Musiker auf, möglichst bald wiederzukommen. ¡Hasta pronto!
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