21.01.2018 - 20:00 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Musikkabarett im Seidel-Saal Schorsch kann den Blues im Dialekt

Drei Männer in Schwarz kommen auf die Bühne des Seidel-Saals, "da Schorsch is niat dabei, der hat den Blues", sagt einer. Dann starten sie eine begeisternde Bühnenshow, zwar ohne Schorsch, aber mit ganz viel Blues. Treml und Schuier sind gute Bekannte, Prill ist "special guest", zu dritt sind sie das absolute Highlight im großen Programm der Kulturwerkstatt.

Immer gut für ein volles Haus und beste Unterhaltung: Franz Schuier, Hubert Treml und als besonderer Gast Robert Prill (von links) bescherten dem Seidel-Saal einen tollen Abend. Bild: hka
von Helga KammProfil

Die beiden Vollblut-Entertainer Hubert Treml und Franz Schuier sorgen bei jedem Gastspiel in Sulzbach für ein volles Haus. Umso größer war dieses Mal die Nachfrage, da Robert Prill als außergewöhnlicher Gitarrist das Musikkabarett bereicherte. Mit seiner E-Gitarre war er Begleiter im Hintergrund oder Solist, der spontanen Beifall erhielt. Die beiden von b.o.s.s. (als "Brucig ogrichte Singa-Songs," eine Referenz an den verehrten amerikanischen Songwriter Bruce Springsteen), Treml und Schuier, können bestens mit dem Publikum umgehen. Sie sind gewiefte Komödianten, begnügen sich nicht mit Klatschen, sondern lassen die Fans im Saal üben, singen, untereinander wetteifern. Meist gelingt das, sorgt für Heiterkeit und Stimmung im Saal.

Eis gebrochen

Ihrem Auftritt tut das gut. Mit ihrer Kombination aus humorvoll-nachdenklichen Mundarttexten mit musikalischer Begleitung auf Gitarre, Piano und Schlagzeug erzeugen sie eine lockere, freundliche Atmosphäre, beschreiben die guten oder unguten Seiten des Lebens, gewinnen auch den traurigen ein Lächeln ab. "Das Programm ist heute Blues-orientiert", kündigt Treml an, fordert zum Mitsingen auf, schnell ist das Eis gebrochen. Sie bringen Blues und Bluesrock aus den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts im Oberpfälzer Dialekt.

Aus "Flatfood Sam" wird "Haxn-Joe", aus "Cocaine" wird "Koffein, Nikotin, Aspirin", aus "You can leave your hat on" wird "Lou ma blouß däi Schouch a". Die eigenen Stücke mit Geschichten vom "Lehrer", dem "Unterhem-Brando" oder vom "Fiaba" sind heiter, philosophisch, spitzbübisch und gefühlvoll. Ihre Gags, vor allem Tremls mimisches Talent sowie seine kraftvolle Stimme, bringen Zuhörer zum Lachen oder Nachdenken.

Oberpfälzer Mundart

Das Besondere ist immer die Sprache. Hubert Tremls Stärke ist sein Oberpfälzer Dialekt. "Vo da No (Naab), daou stamm i o", singt er, beschreibt liebevoll seine Tante und ihren kleinen Laden, schwelgt in den vertrauten ou-Lauten seiner Heimat. Lederhosen-Klamauk oder grobschlächtiger Witz sind da fehl am Platz, auch wenn er feststellt: "Da Schorsch bringt sein Oasch nimma houch". Dass Franz Schuier diese Texte am Klavier oder Schlagzeug musikalisch einfühlsam untermalt, ergänzt oder hervorhebt, manchmal sogar mit Gesang und Fußeinsatz, gehört zur Show, macht sie perfekt.

Der Eindruck bleibt: Es muss nicht immer Englisch sein. Der Blues, den Schorsch oder wer auch immer haben mag, klingt ganz wunderbar auch mit echt Oberpfälzer Texten. Das "schöine Annamirl hinterm Stodldirl" als Schlusslied beweist das. Die Sulzbach-Rosenberger Fans entlassen Treml, Schuier und Prill nach einem Abend voller Lachen und Begeisterung mit großem Applaus. Die Regensburger Bühnen-Profis gaben noch mehrere Zugaben, bis Hubert Treml sang: "I fohr etz ham".

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